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Die nackte Moral

Güzin Kar über primäre Geschlechtsteile im Film und die Darstellung der Langeweile.

Unsere Kolumnistin Güzin Kar.
Unsere Kolumnistin Güzin Kar.
Melek Kaya

Neulich sah ich einen Film aus den frühen Siebzigern. Darin gab es eine Kamera­einstellung, in der der Hauptdarsteller nackt und mit leicht gespreizten Beinen auf einem Bett liegt und gelangweilt vor sich hindenkt. Die Kamera filmt vom Fussende her, sodass man freien Blick in den Schritt hat. Mein erster Gedanke war: Das wäre heute nicht mehr möglich. Der zweite: Hätte diese Kameraposition, die ein Kollege von mir als «Genital Shot» bezeichnet, bei einer weiblichen Besetzung dieselbe Wirkung? Würde sie als das wahrgenommen, was sie mit dem männlichen Darsteller war: eine Szene, die gemütliche Langeweile zeigt?

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