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«Die Polizei ist selber Opfer falscher Toleranz»

Alice Schwarzer, Deutschlands berühmteste Feministin, rechnet mit der Politik ab. Alle Parteien hätten den Islamismus verharmlost.

Neuankömmlinge: Ein Beamter kontrolliert im Flüchtlingsaufnahmezentrum in Greven die Papiere von Mitgliedern der Familie Bakari aus Albanien. (3. Dezember 2015)
Neuankömmlinge: Ein Beamter kontrolliert im Flüchtlingsaufnahmezentrum in Greven die Papiere von Mitgliedern der Familie Bakari aus Albanien. (3. Dezember 2015)
Patrik Stollarz, AFP
Flüchtlinge stehen Schlange vor einem Zelt in Berlin, in dem sie registriert werden sollen. (30. November 2015)
Flüchtlinge stehen Schlange vor einem Zelt in Berlin, in dem sie registriert werden sollen. (30. November 2015)
Kay Nietfeld, Ex-Press
Bei der Ankunft in Deutschland begrüssen mehrere Menschen die hauptsächlich aus Syrien stammenden Menschen mit Willkommensschildern und Lebensmitteln.
Bei der Ankunft in Deutschland begrüssen mehrere Menschen die hauptsächlich aus Syrien stammenden Menschen mit Willkommensschildern und Lebensmitteln.
Sean Gallup, Keystone
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Noch immer werden die Kölner Silvesterereignisse debattiert. Wars nicht in erster Linie ein Polizeiversagen? Sollte es nun nicht vordringlich darum gehen, die Polizei zu unterstützen, damit sie Gegenmassnahmen gegen solche Zusammenrottungen treffen und Bürgerinnen besser schützen kann? Nein, die Polizei selber ist seit langem Opfer einer falschen Toleranz. Schon vor fast 20 Jahren hat mir ein hoher Polizeibeamter in Köln gesagt: «Frau Schwarzer, 70 bis 80 Prozent aller Vergewaltigungen in Köln sind von Türken.» Ich war damals entsetzt und habe gesagt: «Das müssen Sie doch unbedingt thematisieren.» Denn nur wenn man ein Problem benennt, kann man es auch verändern. Auch der türkische Vergewaltiger wird ja schliesslich nicht als solcher geboren. Doch der Polizist hat mir geantwortet: «No way, wir gelten sonst als rassistisch.» Es ist diese falsche Toleranz, mit der die Probleme, die auch der Polizei das Leben schwer machen, so lange geleugnet wurden. Ich vermute ausserdem, dass viele Polizisten schlicht Angst hatten: 200 deutsche Polizisten gegenüber über 1000 Männern aus dem «nordafrikanischen und arabischen» Raum, die, wie es heisst, extrem respektlos und enthemmt waren – da hat man schnell ein Messer zwischen den Rippen. Inzwischen verdichtet sich der Eindruck, dass die gleichzeitige Gewalt in der Silvesternacht in fünf Ländern und einem Dutzend Städten eine konzertierte Aktion war. Dafür würden ja schon eine Handvoll Provokateure genügen. Aus meiner Sicht waren es vor allem Islamisten, die ein Interesse daran hätten, emanzipierte Frauen zu verunsichern und die deutsche Willkommenskultur zu stören.

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