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«Die Schweizer betrieben sozusagen einen Sekundärimperialismus»

Es ist ein neues historisches Trendthema: Die Schweiz und der Kolonialismus. Forscher Christof Dejung über Sklavenschiffe, Missionare und Schweizer Grossunternehmer, die mit den Briten wetteiferten.

Um 1900 hatten die europäischen Staaten fast ganz Afrika unterworfen: Eine europäische Afrikareisende in Senegal (unbekanntes Datum).
Um 1900 hatten die europäischen Staaten fast ganz Afrika unterworfen: Eine europäische Afrikareisende in Senegal (unbekanntes Datum).
AFP
Fremdherrschaft: Die Aufteilung Afrikas unter den imperialen Ländern um 1914.
Fremdherrschaft: Die Aufteilung Afrikas unter den imperialen Ländern um 1914.
Frank Murmann/Wikipedia
Das Kolonialregime des belgischen Königs Leopold II. (hier eine Statue in Kinshasa) herrschte in Belgisch-Kongo.
Das Kolonialregime des belgischen Königs Leopold II. (hier eine Statue in Kinshasa) herrschte in Belgisch-Kongo.
Keystone
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Herr Dejung, inwiefern waren Schweizer in kolonialistische Aktivitäten im engeren Sinn involviert, zum Beispiel in den Sklavenhandel? Schweizer Kaufleute vor allem aus Genf, Neuenburg und Basel investierten in Sklavenhandelsunternehmen und besassen teilweise auch eigene Sklavenschiffe. Darüber hinaus und in weit grösserem Mass waren sie indirekt involviert, indem sie mit Erlösen aus dem Sklavenhandel Geschäfte betrieben oder Rohstoffe verarbeiteten, die durch Sklavenarbeit auf den Markt gekommen waren, insbesondere Baumwolle.

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