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Die «teuflische Serviertochter Cosima» liess Merz nie los

Die literarischen Versuche von Hans-Rudolf Merz ernteten in den Medien nur Hohn und Spott. Der Bundesrat litt darunter, seine ganze Amtszeit über.

Mit Hans-Rudolf Merz und Moritz Leuenberger verlassen zwei Politiker den Bundesrat, die literarische Ambitionen hegen. Leuenberger erntete für seine zwischen Buchdeckeln gebundenen Reden durchaus Anerkennung, Hans-Rudolf Merz für seine «Erzählungen aus dem Appenzellerland» bestenfalls ein verschämtes Lächeln, schlimmstenfalls wurde deswegen gar seine Fähigkeit als Bundesrat in Zweifel gezogen. Das Buch unter dem Titel «Der Landammann» erschien 1992 im Appenzeller Verlag und war bei Merz Amtsantritt als Bundesrat längst vergriffen. Die höhnische Rezeption dieser Kurzgeschichtensammlung belastete Merz aber eine ganze Amtszeit lang.

Bei der Wahl von Merz im Oktober 2003 waren die literarischen Texte noch kein Thema. Den Stein ins Rollen brachte Anfang 2004 das St. Galler Kulturmagazin «Saiten». Es bat drei prominente Frauen, einen Text von Merz zu beurteilen ohne ihnen zu verraten, wer der Verfasser ist. Die Schriftstellerin Theres Roth-Hunkeler meinte nach der Lektüre: «Schlicht und einfach Kitsch. Oder es macht sich jemand lustig und verulkt das Genre Groschenroman – aber ich finde nicht die leiseste Ironie im Text.» Sie brachte damit die Schreibe Merz' perfekt auf den Punkt.

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