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E Bärner win iig

Viele meinen, sie könnten den Berner Dialekt nachahmen - dabei scheitert sogar der «Dällebach Kari».

Ja ja, die Berner, die sind immer für einen Witz gut. Weiss ja jeder, wie die reden, so bhääbiig und langsaam, gäääu! Und weil in der Schweiz jeder meint, er könne den berndeutschen Dialekt super nachahmen, hört selten jemand zu, wie der tatsächlich klingt. Darum heisst der neue Film über den tragikomischen Berner Coiffeur: «Eine wen iig, dr Dällebach Kari». Man hätte Regisseur Xavier Koller einen Berner an die Seite gewünscht, der ihm berndeutsch und deutlich eingebläut hätte: Mir Bärner säge im Fau nid «wen iig». Sondern «win iig».

Koller ist beileibe nicht der einzige, den es verwütscht hat – auch Journalisten geben gern Mundartsätze mit dem Verweis darauf wieder, dass sie im Fall «in breitem Berndeutsch» geäussert worden seien. In der «SonntagsZeitung» zum Beispiel wurde unlängst ein Berner Musikproduzent mit den Worten zitiert: «Gielä, jetzt möched er es Aobum!» Möched? Jetzt? Aobum? Jaja, denken wir Berner dann, lächeln tragikomisch und schreiben schnell einen melancholischen Verlierersong darüber.

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