Zum Hauptinhalt springen

Erstmals in der Schweiz: Jeff Koons' augenzwinkernde Kunst-Ausstellung

Jeff Koons holt mit seinen üppig-bunten Werken Alltägliches überhöht aufs Podest. Die Fondation Beyeler zeigt Koons Werke zum ersten Mal in einer Schweizer Ausstellung.

Jeff Koons posiert vor seinem «Balloon Dog», der 2008 in einer Ausstellung in Chicago zu sehen war.
Jeff Koons posiert vor seinem «Balloon Dog», der 2008 in einer Ausstellung in Chicago zu sehen war.
Keystone
Eine Skulptur von Michael Jackson mit seinem Affen Bubbles. Zu sehen war sie bereits 1999 in einer Ausstellung in Düsseldorf. Später fand sie einen Käufer – für damals 5,6 Millionen Dollar.
Eine Skulptur von Michael Jackson mit seinem Affen Bubbles. Zu sehen war sie bereits 1999 in einer Ausstellung in Düsseldorf. Später fand sie einen Käufer – für damals 5,6 Millionen Dollar.
Keystone
Ein bisschen Kitsch muss sein: die Skulptur «Yorkshire Terriers».
Ein bisschen Kitsch muss sein: die Skulptur «Yorkshire Terriers».
Keystone
1 / 14

Der 1955 geborene Amerikaner ist einer der erfolgreichsten lebenden Künstler. Seit den 1980er-Jahren machen seine Werke Furore, die sich immer wieder um emotionale Grundthemen wie Unschuld, Schönheit und Sexualität drehen. Vereinzelt waren Koons Werke schon in der Schweiz ausgestellt. In Riehen ist nun eine ganze Koons-Ausstellung zu sehen: rund 50 Werke, darunter neben Skulpturalem auch zehn Gemälde.

Die Ausstellung dokumentiert drei «Serien», wie Koons seine Werkgruppen nennt. Die erste namens «The New» setzt fabrikneue Gegenstände in neue Zusammenhänge, macht beispielsweise aus zwei identischen weissen Staubsaugern mittels Neonröhrensockeln und Glashaube Ewigkeit erheischende Kunstobjekte.

Verwegene Proportionen

In der «Banality»-Serie verschmelzen Kunstgeschichte und Popkultur zu handwerklich klassisch gestalteten Skulpturen aus Holz, Porzellan oder Glas – den gewohnten Rahmen sprengen mitunter die Proportionen. So wäre sein güldner Porzellan-Jacko samt Affe prädestiniert fürs Büffett, wäre er nicht viel zu gross dafür.

«Celebration» feiert in Edelstahl perfektioniert das Kind und die Kindheit. Spiegelglatte Ballonästhetik trifft dabei auf präzise grossformatige Malerei - mit Spiegeln hatte er schon bei seiner allerersten Serie 1979 gearbeitet; Spiegel machen Betrachtende zu einem Teil des Werks. An dieser ikonenhaften Serie arbeitet Koons heute noch weiter.

Glanz, Neuheit und Perfektion rücken ihn teils in die Nähe der Werbeästhetik, mit der er auch explizit operiert und Fragen zur Abgrenzung aufwirft. Manche Bilder sind denn auch monumentale Wandplakate mit Unikat-Charakter, so «Made in Heaven» von 1989, das ihn 3 x 7 Meter gross mit Cicciolina als fiktive Filmhelden zeigt.

Monument der Vergänglichkeit

Koons Verweise gehen weit über Duchamps Readymades von anfangs des 20. Jahrhunderts hinaus: So erinnert das fast zwölf Meter hohe zweigesichtige «Split-Rocker»-Schaukeltier (im Museumspark) aus zigtausenden Blumenpflanzen an den römischen Gott Janus, aber auch an den Kubismus. Diese Skulptur wird erst zum dritten Mal gezeigt.

Vergängliche Monumente, unbespielbar grosse Spielzeuge, zweckbefreite Gebrauchsgegenstände: Mit Widersprüchen schafft Koons Spannungen, bietet Anregungen über die gefällige Oberfläche hinaus. Er selber äusserte den Anspruch, Massenpublikum zu erreichen mit hoher Qualität, und dabei will er auch politische Wirkung erzielen.

Zwei Werke, «Split Rocker» und «Balloon Flower (blue)», sind im öffenlichen Museumspark zu sehen. Im Ausstellungs-Rahmenprogramm tritt Koons auch mehrmals persönlich auf. Der gut 200-seitige Katalog erhellt im Übrigen auch künstlerische Hintergründe seiner Liaison mit Illona Staller.

SDA/dj

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch