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FAZ-Herausgeber Schirrmacher ist tot

Deutschland verliert einen seiner renommiertesten Journalisten: Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», erlag einem Herzinfarkt. Politiker und Kollegen sind tief betroffen.

Er erkannte die Gefahr der Digitalisierung früh: Frank Schirrmacher.
Er erkannte die Gefahr der Digitalisierung früh: Frank Schirrmacher.
Keystone
Wurde nur 54 Jahre alt: Frank Schirrmacher im Jahr 2010 in Wien.
Wurde nur 54 Jahre alt: Frank Schirrmacher im Jahr 2010 in Wien.
Keystone
Würdigt die Leistung von Tom Cruise an der Bambi Verleihung im Jahr 2007.
Würdigt die Leistung von Tom Cruise an der Bambi Verleihung im Jahr 2007.
Keystone
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Der Mitherausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», Frank Schirrmacher, ist tot. Er starb im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts, wie die Zeitung mitteilte.

Schirrmacher war seit 1994 einer der Herausgeber der FAZ. Er gehörte zu den renommiertesten Journalisten Deutschlands und machte sich auch mit zahlreichen Büchern einen Namen.

Feines Gespür für Zukunftsthemen

Der 1959 in Wiesbaden geborene Schirrmacher kam 1985 als Feuilleton-Redakteur zur FAZ. Bevor er Herausgeber wurde, leitete er von 1989 bis 1993 die Redaktion Literatur und literarisches Leben. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen «Das Methusalem-Komplott» aus dem Jahr 2004 und zuletzt «Ego», das im vergangenen Jahr erschien. Schirrmacher regte immer wieder gesellschaftliche Debatten an und wurde für sein Wirken mehrfach ausgezeichnet.

«Mit einem feinen Gespür für Zukunftsthemen und einer grossen Gabe zur immer inhaltlich fundierten Zuspitzung ausgestattet, machte er die Zeitung früh zum Meinungsführer bei Fragen der gesellschaftlichen Bedeutung der Gentechnik, des demographischen Wandels und der digitalen Welt», würdigte ihn die «FAZ» auf ihrer Internetseite.

Sein Mitherausgeber Berthold Kohler sprach von einem «entsetzlichen Verlust für die ‹Frankfurter Allgemeine Zeitung›». Schirrmacher habe im Herausgeberkreis mit seinen Ideen und seiner Energie immer wieder Impulse für die Entwicklung der Zeitung gegeben, sagte Kohler.

SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte: «Das Land hat heute einen grossen Intellektuellen, publizistischen Visionär und klugen Deuter unserer Zeit verloren.» Er selbst habe einen Freund verloren, sagte Gabriel. Schirrmachers freiheitliche Sicht auf die Welt habe ihm «ungeheuer imponiert». Der Verstorbene sei «ein Konservativer im besten Sinne des Wortes» gewesen.

Zukunftsorientiert

Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich «tief bestürzt» über den plötzlichen Tod: «Seine starke Stimme wird uns fehlen.» Schirrmacher sei «gesellschaftlicher Vordenker und intellektueller Grenzgänger zugleich» gewesen. Er habe in seiner Zeitung und im deutschen Feuilleton wichtige gesellschaftspolitische Debatten angestossen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Grüne) würdigten den Verstorbenen als einen «international angesehenen Denker und Autor». Das Wirken Schirrmachers, der auch langjähriges Mitglied im Kuratorium des Hessischen Kulturpreises war, sei immer zukunftsorientiert gewesen.

Eine Frau und zwei Kinder

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: «Die sich rasant wandelnde Medienwelt verdankt dem herausragenden Gestalter und Blattmacher Frank Schirrmacher bedeutende Impulse und Denkanstösse.» Wie wenige andere seiner Generation habe er gesellschaftliche Zukunftsthemen erkannt und wegweisende Debatten angestossen. «Die Kultur verliert einen Freund», erklärte Grütters.

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir erklärten, Deutschland habe «einen der wichtigsten Verleger, grossen Journalisten und einen führenden Intellektuellen verloren». Schirrmacher habe mit seiner Leidenschaft für Literatur, für Sprache und für die «Zeitung als Medium der Substanz und Sorgfalt» die Kultur- und Medienlandschaft geprägt. FDP-Chef Christian Lindner nannte den Verstorbenen «einen der interessantesten Gesprächspartner in unserem Land». Schirrmacher hinterlässt seine Ehefrau und zwei Kinder.

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