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«Ferien auf Saltkrokan»

Redaktion Tamedia-Journalisten präsentieren täglich einen Sehnsuchtsort. Heute: die schwedische Schäreninsel Norröra.

Schärengarten-Idyll in Astrid Lindgrens Serie «Ferien auf Saltkrokan». In Realität: Die Insel Norröra. (Bild: Oetinger Verlag)
Schärengarten-Idyll in Astrid Lindgrens Serie «Ferien auf Saltkrokan». In Realität: Die Insel Norröra. (Bild: Oetinger Verlag)

Als die Familie ankommt, giesst es aus Kübeln, und das angemietete «Schreinerhaus» entpuppt sich als Bruchbude mit undichtem Dach. Trotzdem werden der Stockholmer Witwer Melcher Melcherson und seine vier Kinder auf der Schäreninsel den besten Sommer seit langem erleben. Heiss ist es, die Luft flimmert, Grillen zirpen, Frösche quaken, Vögel zwitschern; man singt, lacht, manchmal weint man auch. Und die Erwachsenen lassen zwischendurch ihre Sorgen absaufen im glitzernden Wasser, das durch die Fernsehserie «Ferien auf Saltkrokan» fliesst wie ein Leitmotiv fürs Dasein.

Astrid Lindgren hat sie auch in dieser ihrer Serie aus den Sechzigern leicht und locker erzählt, ihre Grundsatzgeschichte vom richtigen Leben im schweren. Und schaut man die Chose, die hauptsächlich auf der schwedischen Insel Norröra verfilmt wurde, nach Jahrzehnten mit den eigenen Kindern noch einmal, stellt man fest, dass da geradezu surrealistisch inszeniert wurde, mit wirr tanzenden Lichtflecken und schier unerträglicher Langsamkeit. Die Filme sind widerständig wie Schriftsteller Melcher selber, der seinem Sohn Pelle und damit der ganzen Insel einen wilden Spieltag schenkt. Völlig verrückt, total hinreissend. Und alle dunklen Wolken, die natürlich auch in diesem Paradies aufziehen, werden sich wieder auflösen. Kinderliteratur darf das.

Klar, man könnte hinfahren: Auf Norröra wird der Lindgren-Tourismus sanft bewirtschaftet, sehr sanft – ohne Fanshop, Museum oder Hotel. Liebevoll, als sei er von der Autorin ersonnen. Schön wärs sicher im Schärengarten-Idyll. Noch schöner aber ist es, wenn man sich den struppigen Geist von Saltkrokan ins eigene Daheim hineinholt, ganz egal, wo das liegt.

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