«Freidenker erinnern an chinesische Kommunisten»

Weil religiöse Symbole nichts auf öffentlichem Grund zu suchen hätten, wollen Freidenker Gipfelkreuze verbieten. Auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet wird das Vorhaben hitzig diskutiert.

Braucht heute eine Baubewiligung: Gipfelkreuz, hier auf dem Piz Alun vor dem verschneiten Panorama des Pizol in St. Gallen.

Braucht heute eine Baubewiligung: Gipfelkreuz, hier auf dem Piz Alun vor dem verschneiten Panorama des Pizol in St. Gallen.

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-Die Gipfelkreuze gehören zu einer langen Bergsteiger-Tradition und werden nicht mit Religion in Verbindung gebracht. Wo keine Probleme sind, soll man auch keine erfinden. Es gibt hunderte von Gipfeln, die kein Kreuz haben. Aber eben - es wird eng in der Schweiz - und in den Köpfen anscheinend auch. (Ruthild Auf der Maur)

-Alle, die laut im Chor über die Intoleranz der Freidenker schimpfen, sind wohl dieselben, welche Minarette verbieten wollen. Freidenker sind keineswegs intolerant, sie respektieren die Versammlungsfreiheit der Religionsgruppen und möchten auch keine Kirchtürme verbieten. Aber Berggipfel gehören nicht einer einzelnen Religion, deshalb sind diese Kreuze absolut fehl am Platz! (Wolfgang Fischer)

-Das Tamtam, das die Freidenker veranstalten, erinnert mich an die chinesische Kulturrevolution. Alles spirituelle muss hinweggefegt werden, erst dann sind die Freidenker zufrieden. So wie die antireligiösen, chinesischen Kommunisten in Tibet die religiösen Traditionen fanatisch bekämpft haben, soll offenbar auch in der Schweiz aufgeräumt werden. (Stefan Studer)

-Auf einen Berggipfel gehört weder ein Kreuz noch ein Minarett noch ein Militärgebäude noch sonst ein Bauwerk, das unseren geistigen oder optischen Horizont einschränkt. Geht ihr eigentlich nie Bergsteigen? Und habt ihr euch noch nie gefragt, warum eigentlich auf dem hinterletzten Gipfel irgendwas einbetoniert werden muss? (Sonja Pfister)

-Habt ihr schon einmal nachgedacht, wie viele Millionen Jahre es die Berge gibt? Und das Kreuz? Also bitte, bei allem Respekt vor Religionen: Das Bergkreuz gehört doch so wenig zum Berg, wie der Berg zum Kreuz. (Irina Friedmann)

-So ein Blödsinn! Haben wir wirklich keine anderen Probleme? Ich gehöre nicht der Kirche an, bin aber oft in und auf den Bergen und freue mich immer wenn ich das Gipfelkreuz sehe – das gehört dorthin, ist ein Stück Bergkultur und sagt mir, dass ich (endlich) den Gipfel erreicht habe. (Markus G.)

-Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein religiöses Symbol auf privatem Grund und Boden steht (Kirche, Minarette, etc.) oder in der Öffentlichkeit wie etwa auf einem Berggipfel. Ersteres geht weder mich noch den Staat irgendetwas an, letzteres ist eine Belästigung derjenigen, die keine Religion haben, oder diese überwunden haben. (Ramon Paxus)

-Das ist blosse Zwängerei. Ich glaube nicht an Gott, störe mich aber nicht an einem Kreuz, wo auch immer es steht. Dies ist halt die hiesige Tradition. Ich nehme keinem Menschen, der hier aufgewachsen ist, ab, dass er sich an einem Kreuz auf einem Berg ernsthaft stört. (Patrick Zaugg)

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Erstellt: 26.10.2010, 10:23 Uhr

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