Zum Hauptinhalt springen

Wofür Spiele auf dem Handy gut sind

Ein wichtiger Populist soll einem Game verfallen sein. So kanns gern weitergehen. Eine Glosse.

Heinz-Christian Strache, gefallener Star der Rechten. Hier während einer Video-Ansprache.
Heinz-Christian Strache, gefallener Star der Rechten. Hier während einer Video-Ansprache.
Keystone

Handygames sind nicht nur schlecht. Auch wenn manche Eltern glauben, die Tochter würde wegen des ständigen Gamens die Schule verpassen, tief und tiefer im Digitalen versinken und später als asoziale Kapuzenträgerin im Silicon Valley landen, dort einen Megakonzern gründen und reich und mächtig werden. (Das ist doch die Befürchtung, nicht?)

Dabei haben Handygames ohne Zweifel ihr Gutes. Das zeigt das Beispiel des Heinz-Christian Strache. Österreichs wichtigster Rechtspopulist soll Unmengen an Zeit und Geld mit dem Spiel «Clash of Clans» verschwendet haben, berichteten Zeitungen an Weihnachten. Monatlich soll er bis zu 3000 Euro verzockt haben, auf Kosten seiner Partei.

Eigentlich spielt man «Clash of Clans» – die bekannteste Figur ist ein blonder (!) Barbar – gratis. In nickeliger Klickarbeit wird ein Dorf aufgebaut. Man kann sich die Spiel-Juwelen aber auch mit echtem Geld kaufen und so schneller an die kostbaren Bauhütten kommen usw. Genau das scheint Strache getan zu haben. Die Psychologie des Handygames hat «HC» Strache, den Hardcore-Populisten, offenbar überwältigt.

Blonde Barbaren gehen zum Angriff über: «Clash of Clans».
Blonde Barbaren gehen zum Angriff über: «Clash of Clans».

Das lässt für die Zukunft nur Gutes erhoffen. Stellen wir uns vor, in den Foren der AfD kursierte auf einmal «Temple Run», das hektische Handy-Rennspiel. Deutsche Reinheitsgebote würden rasend schnell unwichtig. Hauptsache, die lästigen Dämonenaffen bleiben zurück. Zu diesem Zweck gewöhnten sich Höcke und Co. sogar an Abzweigungen nach links.

Oder: Fundamentalisten installierten auf ihren Smartphones «Candy Crush» und liessen beim Sammeln von Lutschbonbons alle Attentatspläne liegen. Und asiatische Diktatoren setzten ihre besten KI-Experten neuerdings auf «Pokemon Go» an statt auf kritische Bürger – irgendwo muss sich das verdammte Hydropi-Pokemon doch verstecken!

Am anfälligsten dürfte jedoch der orange Mann im Weissen Haus sein, eine Person mit legendär unterentwickelter Affektkontrolle. Was wird nur aus Donald Trump, wenn ihm einmal «Angry Birds» zwischen die Daumen kommt? Für den Wahlkampf bliebe keine Zeit mehr, ja nicht einmal mehr fürs Twittern. Gameapps sind gefährlicher als jedes Impeachment.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch