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«Ich sing’ einfach, was du bist – ein Terrorist»

In der Debatte um Satirefreiheit greift Kabarettist Dieter Hallervorden Erdogan in einem Lied an. Auch Griechenlands Ex-Finanzminister Varoufakis ergreift mit deutlichen Worten Partei.

«Ehrverletzungen unter dem Deckmantel der Satire sind und bleiben einklagbar.»: Andreas Thiel, hier an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien in Zürich.  (12. Januar 2016)
«Ehrverletzungen unter dem Deckmantel der Satire sind und bleiben einklagbar.»: Andreas Thiel, hier an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien in Zürich. (12. Januar 2016)
Gaetan Bally, Keystone
Er fragt sich, ob Recep Tayyip Erdogan nichts besseres zu tun hat, als satirische Grenzen zu definieren: Komödiant Fabian Unteregger bei einem Auftritt in Sursee. (22. August 2015)
Er fragt sich, ob Recep Tayyip Erdogan nichts besseres zu tun hat, als satirische Grenzen zu definieren: Komödiant Fabian Unteregger bei einem Auftritt in Sursee. (22. August 2015)
Alexandra Wey, Keystone
Entscheidet sich Merkel aber gegen eine Strafverfolgung, dürfte Erdogan das Flüchtlingsabkommen kippen. Das wäre für Merkel fatal.
Entscheidet sich Merkel aber gegen eine Strafverfolgung, dürfte Erdogan das Flüchtlingsabkommen kippen. Das wäre für Merkel fatal.
Keystone
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In «Erdogan, zeig’ mich an», das Hallervorden am späten Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, heisst es etwa: «Ich sing’ einfach, was du bist. Ein Terrorist, der auf freien Geist scheisst.» Der Schauspieler kommentierte seinen Song mit den Worten: «Jetzt erst recht.»

Der Beitrag ist eine Reaktion auf die Versuche Erdogans, gegen deutsche Satirebeiträge vorzugehen. Die Türkei verlangt etwa eine Bestrafung des Moderators Jan Böhmermann nach dessen Schmähgedicht über Erdogan. Wegen einer Satire des NDR-Fernsehmagazins «Extra 3» hatte dieser zuvor den deutschen Botschafter einbestellen lassen.

Hallervorden macht in seinem kurzen Schunkelsong darauf aufmerksam, dass Erdogan die satirischen Beiträge über ihn mit seiner Reaktion erst populär gemacht habe. «Erdogan, Erdogan, mach’ auch meinen Song bekannt. Erdogan, Erdogan, sei nur einfach wutentbrannt.»

Auch Griechenlands früherer Finanzminister Giannis Varoufakis, der dank Böhmermanns «Varoufake» europaweit in die mediale Schusslinie geriet, solidarisierte sich mit Böhmermann: «Erst hat Europa mit dem EU-Türkei-Deal seine Seele verloren, jetzt seinen Humor», twitterte Varoufakis am Montagvormittag: «Hände weg von Böhmermann.»

WELT

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