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«Ihr Schweizer sterbt an Langeweile»

Ist die Schweiz ausländerfeindlich und steril? Gestern diskutierten scharfzüngige Intellektuelle aus Deutschland über Migranten, Gutmenschentum und Gotthelf.

In Gotthelfs «Schwarze Spinne» paktiert eine zugewanderte Deutsche mit dem Teufel und tötet Schweizer Bauern in Spinnengestalt. Die Symbolik liess schon manchen Maturanden über die Bedeutung der Erzählung verzweifeln: Moralpredigt? Bibelstunde? Gesellschaftsporträt? Für einen Theatermann ist das natürlich ein gefundenes Fressen; noch heute lässt die Geschichte verschiedene Interpretationen zu. Den deutschen Regisseur Frank Castorf etwa, der die «Schwarze Spinne» im Januar am Schauspielhaus inszeniert, interessiert am Stoff das «fremde Element».

Da denkt man natürlich sofort «SVP» – was das Junge Schauspielhaus gestern zum Anlass nahm, in der Uni Zürich eine Diskussionsrunde unter dem Motto «Die Spinne, die Schweizer!» einzuberufen. Damit es hoch zu und her gehen konnte, hat man ausser Castorf den streitbaren deutschen Publizisten Henryk M. Broder eingeladen. Für die historischen Fakten sass Geschichtsprofessor Jakob Tanner in der Runde, die von «Tagesanzeiger»-Chefredaktor Res Strehle geleitet wurde.

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