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Internet killt die Ironie

Ironie ist eine Kunst, doch die Spassgesellschaft verwandelte sie in ein permanentes Geblödel. Die neuen elektronischen Kommunikationsformen machen dem nun ein Ende. Zum Glück.

Der irische Jüngling war bester Dinge, als er bei seiner Einreise in die USA seinen Pass vorwies. Als die Beamten ihn abführten, verhörten und in eine Gefängniszelle warfen, verstand er die Welt nicht mehr. Grund war der Tweet, in dem er ankündigte «Amerika zerstören» zu wollen und «Marilyn Monroe auszugraben». Dass das alles nur lustig gemeint war, interessierte die US-Grenzkontrollbehörde (CBP) wenig. Auch ein amerikanischer Student kam in den vergangenen Tagen in Verlegenheit wegen eines Kommentars, den er unter ein Youtube-Video der britischen Journalistin Laurie Penny postete: «Ich könnte diese Frau zu Tode würgen ohne den leisesten Hauch von Gnade.» Penny drohte mit Klage, worauf der Kommentator verkündete, das sei alles nur «ironisch» gemeint gewesen.

Prekäre Ironie

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