John Cleese verlässt Grossbritannien in Richtung Karibik

Der «Monty Python»-Star hat genug vom Kingdom. Er will weg. Grund dafür: Er ertrage den britischen Zeitungsjournalismus nicht mehr.

Im Interview mit der BBC erklärt John Cleese, wieso ihn britische Zeitungen auf die Antillen getrieben haben. Quelle: Youtube


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Grosses Britannien! Brexit: läuft. Soccer-Team bei der Fussball-WM: läuft. Die Royals: laufen sowieso immer. Derzeit läuft also eigentlich alles im Kingdom. Allein: Es läuft nicht wie geplant, ja, es läuft gar nicht rund. Wie bei diesem blöden Brexit. Man findet die Tür nicht. Oder aber, es verläuft sich beim «Homecoming» des Fussballs, der doch schon wieder (und wie immer) an der Insel vorbeizieht. Oder es läuft gleich ganz weg wie der Aussenminister Boris Johnson, der seinen Posten gerade mit wehenden Nylonhaaren verliess. Dafür aber kommt - shocking, isn't it?! - ein anderer Nylonhaarträger: Donald Trump, der mit «American Idiot» empfangen wird, einem 14 Jahre alten Punksong der Band Green Day, der es wegen dieses, nun ja, schwierigen Besuchs doch tatsächlich wieder in die britischen Charts geschafft hat.

Es scheint also, die «splendid Isolation», das «wunderbare Alleingelassensein» auf der Insel, droht alles Wunderbare zu verlieren. Denn jetzt - my goodness! - läuft auch noch John Cleese davon, bedeutendes Mitglied der bedeutenden Komikertruppe «Monty Python» und unvergessen überforderter Hotelier der «Fawlty Towers». Er hopst von der Insel in die Karibik.

Nein, das ist kein weiterer silly walk - in einem Monty-Python-Sketch verkörperte Cleese den «Minister für alberne Arten zu gehen» mit niemals nachzuahmendem Einsatz. Nein, der 79-Jährige meint es ernst, die Liebe zu «Old Britannia» ist bei ihm verblichen wie «Polly», der «tote Papagei» im gleichnamigen MP-Sketch: «It kicked the bucket and run down the curtain» (in etwa und stark verkürzend: ist wirklich verblichen). Cleese will auch nie mehr «domum» zurück (lat. für: nach Hause), das ist jener lateinische Lokativ, den er in der Rolle des antiken Besatzer-Centurios im Film «Das Leben des Brian» einem Aufständischen einbläut. Er hege, das hat er gerade in einem äusserst launigen Fernsehinterview mit der BBC erklärt, ein «particular beef», einen speziellen Groll, gegen den britischen Zeitungsjournalismus.

Lügen und Trivialitäten der Blätter seien nicht mehr auszuhalten, die Komplexität des Brexit - den er befürwortet - habe er nicht journalistisch adäquat bearbeitet gefunden. Im Gegenteil, die aktuelle öffentliche Debatte im Land sei deprimierend. Und sowieso seien die Briten das Volk in Europa, das seinen Journalisten schon seit Jahren kaum mehr vertraue.

Darum zieht es ihn nun nach «Nevis», eine der kleineren «Inseln über dem Winde» der Antillen. 10 000 Einwohner im Herbst. Nur nette Leute. Darum: Nun zu etwas völlig anderem.

Erstellt: 13.07.2018, 14:28 Uhr

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