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Wie Schweizer Museumsbesucher ticken

Erstmals veröffentlicht der Bund detaillierte Zahlen zu den Museumsbesuchen. Zum Beispiel, dass Junge in dieser Hinsicht fleissiger sind als Alte.

Museumsbesuche sind die beliebteste kulturelle Aktivität der Schweizerinnen und Schweizer – noch vor Konzerten, Kino oder Theater. Dies zeigen die heute erstmals vom Bund herausgegebene Schweizerische Museumsstatistik 2015 und die Statistik des Kulturverhaltens 2014. Gut 72 Prozent oder fast drei Viertel der Bevölkerung haben demnach innerhalb eines Jahres ein Museum, eine Ausstellung oder eine Galerie besucht.

Konzerte und andere Musikanlässe folgen mit 71 Prozent auf Platz zwei der häufigsten kulturellen Aktivitäten, dicht gefolgt von Besichtigungen von Denkmälern, historischen oder archäologischen Stätten (70 Prozent) und den nach wie vor beliebten Kinobesuchen (66 Prozent).

2015 verzeichneten die Schweizer Museen zusammen 12,1 Millionen Eintritte. Die Besucheranzahl variiert jedoch stark: Die 49 beliebtesten Museen, die gemeinsam nur 4,4 Prozent aller Einrichtungen ausmachen, registrierten 50'000 oder mehr Besucher und damit gut die Hälfte (6,7 Millionen) der Gesamteintritte. Auf der anderen Seite zählten fast drei Viertel der Museen nicht einmal 5000 Besucher und kamen zusammen auf weniger als 10 Prozent aller Eintritte.

Auch nach Museumstyp gibt es grosse Unterschiede. Die höchste durchschnittliche Besucherzahl weisen naturwissenschaftliche Museen auf: 2015 zählten sie 24'000 Eintritte. Die Kunstmuseen liegen mit 19'500 Eintritten auf Platz zwei, gefolgt von archäologischen, historischen und ethnografischen Museen mit 18'000 Eintritten.

Gesamthaft verzeichneten die naturwissenschaftliche Museen trotzdem nur die vierthöchste Besucherzahl, weil es verhältnismässig nicht viele von ihnen gibt. Kunstmuseen sind fast dreimal häufiger und machen mit mehr als einem Viertel den grössten Teil aller Besuche in der Schweiz aus. Kleine regionale und lokale Museen kommen landesweit zwar am meisten vor, können wenig überraschend aber am wenigsten Eintritte aufweisen.

Überraschend ist hingegen das demografische Profil der Museumsbesucher. Denn der Anteil der Personen, die sich Museen, Ausstellungen und Galerien anschauen, nimmt mit steigendem Alter ab. Bei den 15- bis 59-Jährigen sind es jeweils über 75 Prozent. Besonders Personen mittleren Alters, die Kinder haben und mit ihnen etwas unternehmen, gehen häufig ins Museum. Bei 60- bis 74-Jährigen (68 Prozent) und Schweizerinnen und Schweizern ab 75 Jahren (52 Prozent) ist das Interesse deutlich niedriger.

Unterschiede gibt es auch zwischen den Sprachregionen. In der Romandie (75 Prozent) und in geringerem Ausmass auch in der Deutschschweiz (67 Prozent) wohnhafte Personen gehen häufiger in Museen, Ausstellungen oder Galerien als Bewohnerinnen und Bewohner der italienischsprachigen Schweiz (62 Prozent) – und dies, obwohl die Museumsdichte im Tessin am höchsten ist.

Die meisten Museen befinden sich zwar in der deutschsprachigen Schweiz (71,4 Prozent), gefolgt von der französischsprachigen (20,3 Prozent) und von der italienischsprachigen Schweiz (8,3 Prozent). Relativ gesehen verzeichnet jedoch Letztere mit 25,1 Museen pro 100'000 Einwohner eine deutlich höhere Museumsdichte als die Deutschschweiz (13,4) und die Romandie (11,0).

Mit 24,8 Museen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner haben die ländlichen Gemeinden die höchste Dichte. Dahinter folgen mit 12,6 beziehungsweise 10,8 Museen pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner die Agglomerationsgemeinden und die Zentrumsgemeinden.

Insgesamt befindet sich in mehr als einem Viertel (27 Prozent) der Schweizer Gemeinden mindestens ein Museum. Verglichen mit anderen Kultureinrichtungen ist das Museumsangebot räumlich breit gestreut: 2015 hatten nur 7 Prozent der Schweizer Gemeinden mindestens ein Kino und 5 Prozent einen Konzertsaal oder ein Theater.

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