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Kommt Zeit, kommt Rat

Helmut Schmidt, Nikolaus Senn, Kurt Felix: Wenns grundsätzlich kriselt, sehnen wir uns die alte Garde herbei.

Kürzlich feierten die deutschen Sozialdemokraten am Parteitag Helmut Schmidt. Der Alt-Kanzler, der diese Woche 93 wird, sprach über «Deutschland in und mit Europa». Gewohnt wortgewaltig spannte er den Bogen über die europäische Geschichte, vom Dreissigjährigen Krieg bis zur EU – und das ganz ohne Zigarette. Diese gönnte er sich erst danach, wobei das Publikum applaudierte und johlte, als wäre der Alt-Kanzler ein Popstar, der eben ein Konzert beendet hat.

Danach war das Wort am Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, der die Tagespolitik hinzufügte. Mit «sieben Punkten» wollte er die Schuldenkrise in Europa bekämpfen. Doch sein Vortrag stiess auf deutlich weniger Begeisterung als jener seines Vorredners. Kein Wunder, kaum ein Deutscher ist so populär wie Helmut Schmidt. Gerade in den Zeiten einer Krise kommt ein Elder Statesman wie Schmidt, der Führungskraft und Standhaftigkeit verkörpert, gut an. In Zeiten, in denen Politiker zaudern und schwächeln, wendet man sich an die ehemaligen Macher. Sie sollen, vor allem wenn es grundsätzlich wird, den Weg weisen.

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