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Kulturminister entlässt Chef des Bolschoi-Theaters

Nach zahlreichen Skandalen am Moskauer Bolschoi-Theater hat der russische Kulturminister Wladimir Medinski überraschend den Generaldirektor Anatoli Iksanow entlassen.

Wegen «vorbildlichem Verhalten» aus dem Arbeitslager entlassen: Pawel Dmitritschenko vor einer Gerichtsverhandlung im Dezember 2013.
Wegen «vorbildlichem Verhalten» aus dem Arbeitslager entlassen: Pawel Dmitritschenko vor einer Gerichtsverhandlung im Dezember 2013.
Keystone
Bolschoi-Tänzer Pavel Dmitrischenko, bei einer Gerichtsverhandlung in Moskau, 14. Juni 2013.
Bolschoi-Tänzer Pavel Dmitrischenko, bei einer Gerichtsverhandlung in Moskau, 14. Juni 2013.
Keystone
Mit Tänzerinnen des Bolschoi-Theaters. (20. September 2011)
Mit Tänzerinnen des Bolschoi-Theaters. (20. September 2011)
Mikhail Metzel, Keystone
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Das Kulturministerium entliess den intern umstrittenen Manager am Dienstag. Sein Nachfolger wird Wladimir Urin, der zuletzt ein anderes Ballettensemble und ein Opernhaus geleitet hat. Iksanow soll ihm nur noch beratend zur Seite stehen.

Hintergrund ist offenbar ein seit Jahren währender Streit unter den Tänzern und mit dem Management des Theaters, der sich seit dem Säureanschlag auf den künstlerischen Direktor Sergei Filin im Januar noch zugespitzt hat. Zuletzt musste Tanzstar Nikolai Ziskaridse Ende Juni das Haus verlassen, weil sein Vertrag nicht verlängert worden war.

Iksanow hatte Ziskaridse vorgeworfen, Spannungen im Theater geschürt zu haben, die letztlich zu der Säureattacke führten. Der Tänzer selbst hatte erklärt, der Angriff sei Ergebnis von Korruption und der unfairen Behandlung von Tänzern. Iksanow warf er zudem persönlich vor, sich bei der milliardenteuren Sanierung des Theaters als unfähig erwiesen zu haben. Ziskaridse stellte das Recht des Theaters, ihn hinauszuwerfen, öffentlich infrage. Er war seit 1992 am Bolschoi und arbeitete dort auch als Tanzlehrer.

SDA

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