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«Natürlich wiegen wir uns in trügerischer Sicherheit»

Das Erdbeben in Nepal beschäftigt die Welt. Umwelthistoriker Christian Pfister über den Unterschied zum Tsunami von 2004 und vergessene Schweizer Katastrophen.

Weg der Zerstörung: Nepalesen gehen an eingestürzten Gebäuden in Trishuli nördlich von Kathmandu vorbei. (4. Mai 2015)
Weg der Zerstörung: Nepalesen gehen an eingestürzten Gebäuden in Trishuli nördlich von Kathmandu vorbei. (4. Mai 2015)
Prakash Mathema, AFP
Einige Gebiete konnten die Rettungskräfte noch nicht erreichen: Zerstörtes Dorf im Bezirk Sindhupalchok, Nepal. (3. Mai 2015)
Einige Gebiete konnten die Rettungskräfte noch nicht erreichen: Zerstörtes Dorf im Bezirk Sindhupalchok, Nepal. (3. Mai 2015)
Reuters/Navesh Chitrakar
Das Epizentrum des Bebens lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt. (25. April 2015)
Das Epizentrum des Bebens lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt. (25. April 2015)
Navesh Chitrakar, Reuters
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Zwingt eine Katastrophe wie das Erdbeben in Nepal eine Gesellschaft zu fundamentalen Veränderungen? Ein bitterarmes Land wie Nepal ist dazu gar nicht in der Lage. Weil es nicht annähernd die Mittel hat, in Erdbebensicherheit zu investieren, wird es schlicht versuchen, auf den gleichen Stand wie vor der Katastrophe zu gelangen. Ich zähle Nepal eher zu jenen Gesellschaften, die auf Katastrophen mit Prozessionen reagieren. Daneben gibt es solche, die zusätzlich zu den Prozessionen mit Schutzmassnahmen reagieren, reagieren können. Ein europäisches Beispiel für erstere ist Spanien, das es nach Katastrophen noch im 18. Jahrhundert bei der religiösen Verarbeitung beliess. In der Schweiz anderseits bezahlten die Basler schon im 16. Jahrhundert Zeit-Aufseher, die sich bei bedrohlich steigendem Hochwasser auf der Brücke postierten und von dort mit langen Haken das gefährliche Schwemmholz wegfischten.

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