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«Offene Aussengrenzen sind keine Option»

Philosophieprofessor Georg Kohler plädiert für Notmassnahmen, um die in Europa gestrandeten Flüchtlinge menschenwürdig zu versorgen. Das alleine reicht aber nicht.

Syrische Flüchtlinge versuchen von Serbien aus, den Grenzzaun zu Ungarn zu überwinden. (August 2015) Foto: Bernadett Szabo (Reuters)
Syrische Flüchtlinge versuchen von Serbien aus, den Grenzzaun zu Ungarn zu überwinden. (August 2015) Foto: Bernadett Szabo (Reuters)

Vor 25 Jahren sagten Sie eine Verschärfung der Süd-Nord-Migration voraus und schrieben von einer latenten europäischen Apartheid. Wird diese nun virulent – jetzt, da in Europa Zäune errichtet werden?

Das ist der Fall. Das Anliegen vieler Europäer, ihre Errungenschaften vor dem Ansturm fremder Armer retten zu wollen, kann man verstehen. Es ist der Ausdruck des normalen Gruppenegoismus. Die Frage ist nur, ob die Politik diesem Wunsch gerecht werden kann; genauer: ob es vernünftigerweise vertretbar ist, das zu tun. Die Geschichte des südafrikanischen Apartheid-Regimes, das den Begriff prägte, sagt klar: Nein. Und dies nicht nur aus moralischen Gründen.

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