Zum Hauptinhalt springen

Peru erhält Inka-Artefakte zurück

Der amerikanische Wissenschaftler Hiram Bingham zügelte vor knapp 100 Jahren tausende von Artefakten aus der Inka-Hochburg Machu Picchu ab. Jetzt haben die USA das Kulturgut an Peru zurückgeben.

Geheimnisvoller Ort: Machu Picchu, wo Bingham tausende von Inka-Artefakten fand.
Geheimnisvoller Ort: Machu Picchu, wo Bingham tausende von Inka-Artefakten fand.
Reuters

Die US-Eliteuniversität Yale hat der Rückgabe von mehr als 4000 Inka-Artefakten an Peru zugestimmt. Die Hochschule und die peruanische Regierung hätten eine Vereinbarung getroffen, wonach die Gegenstände Anfang 2011 nach einer Bestandsaufnahme an das südamerikanische Land zurückgegeben würden, sagte der peruanische Präsident Alan García in Lima. Unter den Kunstobjekten befänden sich Gegenstände aus Keramik, Textilien und Knochen, die aus der Zeit der Inka-Herrschaft in Peru stammten.

Der Bekanntgabe war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der peruanischen Regierung und der Universität Yale vorausgegangen. 2008 hatte die peruanische Regierung die Hochschule im US-Staat Connecticut verklagt. Sie warf ihr vor, gegen das peruanische Gesetz zu verstossen, weil sie die Inka-Artefakte ohne vorherige Zustimmung Perus exportiert und nicht an die Regierung zurückgegeben habe. Yale reagierte und erklärte, im Jahr 1921 Dutzende Kisten voller Inka-Gegenstände an das südamerikanische Land zurückgegeben zu haben. Auf dem Besitzrecht anderer Inka-Artefakte beharrte die Universität jedoch weiterhin.

Medienkampagne gegen Yale

In den vergangenen Wochen hatte Peru eine aggressive Medienkampagne gegen Yale gestartet in der Absicht, die Universität weiter unter Druck zu setzen. Unter anderem bat der peruanische Regierungschef García US-Präsident Obama um dessen Unterstützung. Der Streit wurde nun geschlichtet, nachdem Yale einen Sprecher nach Peru entsandt hatte, der das Abkommen mit der peruanischen Regierung aushandelte. «Wir sind sehr glücklich, dass die Universität Yale so positiv reagiert hat», sagte García.

Die umstrittenen Gegenstände stammen aus der Inka-Hochburg Machu Picchu, die heute zu den wichtigsten Touristenattraktionen Perus zählt. Zwischen 1911 und 1915 hatte der Wissenschaftler Hiram Bingham III. die Artefakte von dort mitgenommen. Er werde die San Antonio Abad Universität in Cuzco darum bitten, die Objekte nach ihrer Rückgabe im kommenden Jahr vorübergehend aufzubewahren, sagte García. Ausserdem werde er den Kongress bitten, ein Budget für die Einrichtung eines Museums und Lernzentrums in Cuzco aufzustellen. Dort würden die Kunstgegenstände dann Teil einer dauerhaften Ausstellung.

dapd/miw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch