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«Porno ist politisch»

Vergessen Sie den Erotikroman «50 Shades of Grey». Petra Joy macht richtige Pornos. Und zwar solche für Frauen, die auch Männern gefallen.

Sie machen Pornos für Frauen. Was ist an Ihren Filmen anders? Zunächst mache ich keine Frauen-Pornos, sondern Pornos aus weiblicher Sicht, denn ich möchte die Männer gar nicht ausschliessen. Der wichtigste Unterschied ist, wie der Sex gezeigt wird. Bei mir ist nichts gespielt, alle Orgasmen sind echt, die Darstellerinnen und Darsteller empfinden tatsächlich Lust und haben normale Körper. Entscheidend ist aber: Die Lust der Frau steht im Zentrum, die Frau soll die Heldin sein.

Dann stimmt es also nicht, dass Frauen keine Pornos mögen, weil sie visuell nicht so leicht erregbar sind wie Männer? Das ist völlig absurd. Frauen sind genauso visuell wie Männer. Aber Pornos, die von und für Männer gedreht wurden, machen die meisten Frauen eben nicht an. Wenn es im Film nur darum geht, dass sie dem Mann zu Diensten ist und er ihr danach ins Gesicht ejakuliert, löst das bei den meisten Frauen keine Lust, sondern Langeweile aus. Frauen wollen aber auch keine Liebesgeschichte oder ein kompliziertes Drehbuch mit langen Dialogen. Sie möchten vielmehr nachvollziehen können, weshalb die beiden scharf aufeinander sind. Frauen finden es sexy, die Erregungskurve vom Küssen übers Ausziehen bis zum Sex zu sehen; dadurch entstand das Missverständnis, dass Frauen eine Handlung wünschten.

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