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Rechtliches Hickhack um französischen Komiker

Der wegen Rassismus verurteilte Künstler Dieudonné darf in Nantes nicht auftreten: Nachdem ein Gericht seine Show zunächst erlaubt hatte, intervenierte kurz vor Beginn der Staatsrat in Paris.

Wegen Anstiftung zu Hass verurteilt: Dieudonné M'Bala M'Bala bei einer Show in Brüssel. (25. März 2009)
Wegen Anstiftung zu Hass verurteilt: Dieudonné M'Bala M'Bala bei einer Show in Brüssel. (25. März 2009)
Keystone

Ein Auftritt des wegen antisemitischer Äusserungen höchst umstrittenen französischen Komikers Dieudonné ist in letzter Minute doch noch verboten worden. Frankreichs oberstes Verwaltungsgericht gab am Abend den Behörden Recht, die einen Auftritt Dieudonnés in der westfranzösischen Stadt Nantes untersagt hatten.

Der Staatsrat in Paris annullierte nur zwei Stunden vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts von Nantes, das am Nachmittag ein Auftrittsverbot per einstweiliger Verfügung ausser Kraft gesetzt hatte.

Die Debatte um Dieudonné hat in Frankreich in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Der bereits mehrfach wegen antisemitischer Äusserungen in Frankreich verurteilte Komiker hatte am Donnerstagabend in Nantes eine Frankreich-Tournee beginnen wollen. Seine geplanten Auftritte wurden bereits in mehreren Städten verboten, wogegen Dieudonné vor Gericht vorgeht. Die Entscheidung des Staatsrats, das Auftrittsverbot zu bestätigen, ist ein Sieg für Innenminister Manuel Valls, der den örtlichen Behörden empfohlen hatte, die Veranstaltungen zu verbieten.

Bereits mehrfach verurteilt

Dieudonné M'bala M'bala sorgt unter anderem regelmässig für Schlagzeilen, weil er den als neonazistisch geltenden Quenelle-Gruss bekannt machte. Bei der Geste, die seine Kritiker für einen verkappten Hitler-Gruss halten, wird die linke Hand auf den nach unten ausgestreckten rechten Arm gelegt.

Für Empörung sorgte zuletzt, dass sie auch Spitzensportler wie der Fussballer Nicolas Anelka zeigten. Dieudonné ist in der Vergangenheit bereits wegen Anstiftung zu Hass und rassistischen Äusserungen zu insgesamt 65'000 Euro verurteilt worden. Sein Lied «Shoananas» banalisiert mit einer Verbindung der Wörter «Shoah» und «Ananas» den Völkermord.

AFP/sda/fko

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