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Schlag gegen den Schweizer Nationalstolz – oder den schwedischen?

Die Debatte, ob Heidi deutschen Ursprungs sei, hat den angelsächsischen Raum erreicht. Die Berichterstattung und die Leserkommentare sind ein Panoptikum des Bilds der Schweiz im Ausland.

Seitdem die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch die Geschichte über das angebliche deutsche Vorbild für Johanna Spyris «Heidi» im englischsprachigen Raum veröffentlichte, verbreitet sie sich wie ein Lauffeuer in den weltweiten Nachrichtenportalen und Zeitungen. Wie die einzelnen Zeitungen über das «mountain girl» berichten, bietet einen – zum Teil humoristischen – Einblick über das Bild der Schweiz im Ausland. Sofern die Zeitungen überhaupt die Schweiz von Schweden unterscheiden können. «Swedish Heidi may in fact be German», titelt die grosse britische Zeitung «Telegraph» in ihrer Onlineausgabe. Seit Donnerstag Mittag ist der Artikel online – noch wurde der Fehler nicht korrigiert. Im Lauftext ist dann allerdings korrekt von Switzerland und Swiss die Rede. [Nachtrag 14.20 Uhr: Der «Telegraph» hat den Fehler mittlerweile korrigiert.]

Die Zeitung «The Times» kokettiert im Titel: «Der grösste Schlag gegen den Schweizer Stolz: Heidi könnte Deutsche sein». Der Lauftext startet mit einer Ausführung über das angeschlagene internationale Image der Schweiz, «nur auf Heidi konnte das Land immer zählen – bis jetzt». Amüsant ist ein Einblick in die Leserkommentare: «Heidi war Deutsche, Hitler war Österreicher, wie soll das weitergehen?», meint ein Leser. Ein anderer bemitleidet die Schweiz: «Schweizerin oder Deutsche, ich konnte als Kind diese Geschichte ohnehin nie leiden. Wenn das Schweizer Selbstverständnis teilweise darauf beruht, so haben die grosse Probleme.» Eine weitere Wortmeldung: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Österreicher und Liechtensteiner ihre Ansprüche anmelden.»

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