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Siegt Clinton, befürchtet Jonathan Franzen «bewaffnete Aufstände»

Der Amerikaner Jonathan Franzen gehört zu den grössten Autoren unserer Zeit. Die US-Wahl macht ihn krank vor Sorge.

Gehört zu den renommiertesten US-Autoren: Franzen an der Frankfurter Buchmesse. (15. Oktober 2015)
Gehört zu den renommiertesten US-Autoren: Franzen an der Frankfurter Buchmesse. (15. Oktober 2015)
Keystone

Der amerikanische Schriftsteller Jonathan Franzen hat vor gewaltsamen Konflikten nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl gewarnt. «Meine Furcht ist jetzt, dass Trumps Kandidatur das zivile Gewebe unserer Nation so schwer beschädigt hat, dass Hillary, falls sie gewählt wird, ihr erstes Jahr im Amt mit bewaffneten Aufständen von Gruppen könnte zubringen müssen, die die Rechtmässigkeit ihrer Wahl bestreiten», sagte Franzen im Exklusivinterview mit der «Welt», das am Samstag in der «Literarischen Welt» erscheint.

Besonders in den ländlichen Staaten im Westen könne dieses Problem auftreten, so Franzen. «Selbst wenn es nicht zu bewaffnetem Widerstand kommt, erwarte ich, dass Hillary eine Art endlosen Bürgerkrieg um unser System föderaler Regierung führen muss.» Jonathan Franzen («Die Korrekturen», «Freiheit») gilt als einer der renommiertesten Schriftsteller der Welt.

«Trumps Lügen machen mich krank»

Das Ergebnis der Wahl sei noch völlig offen, so Franzen weiter. Er sei «krank vor Sorge, dass Trump irgendwie einen Weg findet, die Wahl zu gewinnen». Den Aufstieg Trumps führt Franzen einerseits auf die Enttäuschung vieler Wähler über die Eliten und andererseits auf technologische Ursachen zurück. Das Internet habe eine Welt geschaffen, «in der es möglich ist, in seiner eigenen virtuellen Realität zu leben», so Franzen. «Das Ausmass und die Schändlichkeit von Trumps Lügen machen mich krank.»

Franzens Bilanz der Präsidentschaft Barack Obamas fällt hingegen weitgehend positiv aus, insbesondere angesichts der Schwierigkeiten, vor die ihn die Republikanische Partei gestellt habe. «Obama war der erste Präsident», so Franzen, «der das Land in Zusammenarbeit mit einer Partei regieren musste, die die blosse Idee von Regierung zunehmend ablehnt.»

Zwar seien die Republikaner mittlerweile eine Minderheitenpartei. «Aber solange sie eine Mehrheit (meist dünn besiedelter) Staaten kontrollieren, können sie weiterhin den Senat kontrollieren und weiterhin Wahlbezirke manipulieren, um auch eine Mehrheit im Repräsentantenhaus zu kontrollieren.»

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