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Ultrakonservative wollen LGBT-Parade in Disneyland verhindern

Der Freizeitpark in Paris veranstaltet am 1. Juni die erste «Magical Pride». Eine homophobe Stiftung versucht, dies zu verhindern.

Der Disney-Vergnügungspark in Paris feiert am 1. Juni die sexuelle Vielfalt mit einer Parade. Bild: Instagram
Der Disney-Vergnügungspark in Paris feiert am 1. Juni die sexuelle Vielfalt mit einer Parade. Bild: Instagram

«Die Freizeitparks Disneyland sind nicht mehr familienfreundlich.» Diese Aussage stammt von der ultrakonservativen Interessenvertretung CitizenGO. Mehr als zwei Millionen aktive Mitglieder und Unterstützer in ganz Europa zählt die 2013 in Madrid gegründete Bürgerplattform, die als Speerspitze im Kampf gegen die Gleichstellung von Homosexuellen gilt.

Derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit der Ultrakonservativen, Ultrakatholischen und Abtreibungsgegner auf die für den 1. Juni 2019 geplante Parade «Magical Pride» im Disneyland Paris.

Das Disneyland will mit «einer atemberaubenden, glitzernden Party» die «Schönheit der Vielfalt» feiern. «Fühlen Sie sich in bunten Outfits einzigartig und erleben Sie den Walt Disney Studios Park wie nie zuvor – laut, stolz und lebendig, in den Farben des Regenbogens!», buhlen die Betreiber um die Gunst des Publikums. Der Anlass steht im Zeichen des 50-jährigen Jubiläums des Stonewall-Aufstandes, der als Geburtsjahr der modernen LGBT-Bewegung gilt (siehe Infobox).

Ein No-go für CitizenGo: Die Gruppe, die «das Leben, die Familie und die Freiheit verteidigen und fördern will» fordert mit ihrer Onlinepetition die Betreiber des Vergnügungsparks auf, die Parade mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) abzusagen. Unter dem Titel «Die LGBT-Indoktrinierung in Disneyland stoppen» haben seit dem 28. Mai weit über 200'000 Menschen die Petition unterzeichnet. Ursprünglich waren 100'000 Unterschriften als Ziel gesteckt – nun werden 500'000 angepeilt.

Man könne nicht tatenlos zusehen, «dass an diesem angeblich familienfreundlichen Ort eine schrille ‹Gay-Parade› stattfindet» heisst es seitens der Stiftung, die gleichzeitig droht, Filme, Produkte und Parks von Disney zu boykottieren «wenn Disney immer mehr dazu übergeht, Kinder im Sinne von LGBT und Gender-Ideologie zu indoktrinieren.»

Eine Reaktion seitens Disney auf die homophobe Aktion ist bislang noch nicht erfolgt – der Zweck der Veranstaltung lässt sich jedoch mit Blick auf ein musikalisches Highlight indes kaum besser manifestieren: Der Sänger der Kultgruppe Culture Club, Boy George («Do You Really Want to Hurt Me») galt in den 1980er-Jahren als schillerndste Persönlichkeit der Popwelt und avancierte zum Idol vieler Homosexueller. Der heute 57-Jährige wurde als DJ engagiert.

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