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Videos für Radiohörer

Bei SRF Virus erreicht das lineare Radio immer weniger Reichweite. Viel wichtiger sind mittlerweile die Videos in den sozialen Medien.

Tim Wirth
Moderator Pablo Vögtli macht neu auch Webvideos. Foto: SRF/Mali Lazell
Moderator Pablo Vögtli macht neu auch Webvideos. Foto: SRF/Mali Lazell

Gerade noch 27'000 Hörerinnen und Hörer haben im vergangenen Jahr täglich Radio SRF Virus eingeschaltet. Im Jahr zuvor waren es 63'000, 2017 noch über 100'000, so der Jahresbericht der SRG. Da die Messmethode genauer geworden sei, könnten die Reichweiten nicht direkt verglichen werden. Und doch zeigt sich: SRF Virus erreicht mit seinem Radio, das viel Schweizer Musik spielt und unbekannten Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform gibt, immer weniger Menschen. «Unser junges Publikum ist jetzt an einem neuen Ort», sagt Moderator Pablo Vögtli. «Wir müssen uns anpassen.»

Webvideo-Serien

Dieser neue Ort sind die sozialen Medien – und Vögtli hat sich angepasst. Zum ersten Mal ist er nicht nur im Radio zu hören, sondern auch im Video zu sehen. Gerade hat er die erste Staffel seiner Webvideo-Serie «Mutterstadt» veröffentlicht. Zehn Menschen aus zehn Schweizer Städten hat der Moderator getroffen. In jedem Video macht er mit ihnen «öpis fürs Herz» (Schneeschuhlaufen bis Yoga ), «öpis fürs de Buuch» (Chässchnitte bis Cordon bleu) und «öpis für de Chopf» (Quiz). Vögtli spricht in seiner charakteristischen Sprache, das Essen «tasted» er, alles ist «nice». Für die vielen Anglizismen musste der 34-Jährige Kritik einstecken. «Die negativen Kommentare haben mich anfangs gestresst», sagt Vögtli. «Aber ich rede so. Und wenn du so bist, wie du bist, dann ist das dope.»

Mit Serien wie«Mutterstadt» erreicht SRF Virus sein Zielpublikum.

Podcasts sollen folgen

Webserien wie «Mutterstadt» funktionieren bei der Zielgruppe von SRF Virus, also bei den 18- bis 29-Jährigen. Allein die Folge von St. Gallen wurde mehr als 2000-mal geteilt. Das Interesse für Social Videos und Webserien nahm 2019 weiter zu, wie SRF in seinem Jahresbericht schreibt. Mehr als 33 Millionen Mal klickten Zuschauer auf SRF-Videos auf Facebook, Instagram oder Youtube. 2018 waren es erst gut 20 Millionen.

SRF Virus ist immer noch ein Radio mit unbekannten Künstlerinnen. Doch über das lineare Radio werden immer weniger Menschen erreicht.
SRF Virus ist immer noch ein Radio mit unbekannten Künstlerinnen. Doch über das lineare Radio werden immer weniger Menschen erreicht.

Moderator Pablo Vögtli sagt: «Über Radio können wir kaum noch junge Hörer akquirieren.» Lieber als sich eine Playlist vorspielen zu lassen, stellten sich die Jungen diese selbst auf einer Streamingplattform zusammen. Er wird also noch mehr Videos drehen müssen. Eine zweite Staffel von «Mutterstadt» ist geplant. Und auch Podcasts für die junge Zielgruppe sollen im Frühling folgen.

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