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Vom Preisträger zum Ausgestossenen

Jeffrey Tambor gibt seine Rolle als Transfrau in «Transparent» auf. Ihm wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Glänzte zuletzt als Transfrau Maura Pfefferman in der Amazon-Serie «Transparent». Jetzt beschuldigen ihn eine Assistentin und zwei Schauspielkolleginnen der sexuellen Belästigung.
Glänzte zuletzt als Transfrau Maura Pfefferman in der Amazon-Serie «Transparent». Jetzt beschuldigen ihn eine Assistentin und zwei Schauspielkolleginnen der sexuellen Belästigung.
Rich Fury/AP Invision, Keystone

Als Transfrau Maura Pfefferman in der Amazon-Serie «Transparent» gewann Jeffrey Tambor 2015 und 2016 je einen Emmy als bester Schauspieler in einer Comedy-Sendung. Er wurde damit der erste Emmy-Preisträger in einer Hauptrolle, der eine transsexuelle Person verkörperte. Nun wurde ihm sowohl von seiner ehemaligen Assistentin Van Barnes als auch von seiner Schauspielkollegin Trace Lysette – die in der Serie die Rolle der Shea spielt – sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Das Hollywood-Onlinemagazin Deadline.com hatte bereits Anfang November darüber berichtet, dass Amazon eine interne Untersuchung gegen Tambor eingeleitet hatte. Diese folgte auf einen privaten Facebook-Post von Van Barnes, in welchem diese ihren früheren Arbeitgeber beschuldigte, ihr gegenüber anzügliche Kommentare gemacht und gedroht zu haben, sie zu verklagen, falls sie dies öffentlich machen würde.

In «Transparent» spielte Jeffrey Tambor den transsexuellen Morton Pfefferman, der zu Maura wurde.

Amazon suchte daraufhin nach einer Möglichkeit, die Serie «Transparent» ohne die Hauptfigur weiterzudrehen – mit der Absicht, sich von Jeffrey Tambor zu distanzieren. Dieser kam den Produzenten jedoch zuvor und kündigte seine Rolle. Deadline.com hat ein Statement vom Schauspieler erhalten: Er wisse, dass er nicht immer eine einfache Person sei, dass er schlecht gelaunt sein könne und seine Meinung taktlos preisgebe. Er sei jedoch niemals ein «Predator» gewesen, wie die anderen Straftäter von Harvey Weinstein bis Kevin Spacey genannt wurden.

«Es betrübt mich zutiefst, dass eine meiner Handlungen falsch interpretiert wurde oder dass sich jemand von mir angegriffen oder verletzt fühlt», schreibt Tambor weiter. «Die Idee, dass jemand mich auf diese Weise sehen könnte, beunruhigt mich stärker, als ich ausdrücken kann.»

Tambor ist nicht der Erste, der bei Amazon gehen muss: Der ehemalige Studioboss Roy Price wurde erst auf unbestimmte Zeit suspendiert, bevor er am 17. Oktober seinen Rücktritt bekannt gab. Auch ihm wurde sexuelle Belästigung vorgeworfen.

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