Wie viel geben wir pro Jahr für Kultur aus?

Neue Zahlen zeigen, welche Kultursparte uns am meisten wert ist, und wo wir lieber sparen.

Vorstellungen im Opernhaus Zürich waren letztes Jahr besonders gefragt. Das Haus verzeichnete 2017/18 eine Rekordsaison. Foto: Keystone

Vorstellungen im Opernhaus Zürich waren letztes Jahr besonders gefragt. Das Haus verzeichnete 2017/18 eine Rekordsaison. Foto: Keystone

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2017 hat im Schnitt jeder private Haushalt 354 Franken im Monat für Kultur ausgegeben. Das entspricht wie in den Vorjahren einem Anteil von 6,7 Prozent des Haushaltsbudgets. Leicht gesunken sind die Kulturausgaben der öffentlichen Hand.

Insgesamt haben die Schweizer Haushalte im Berichtsjahr knapp 16 Milliarden Franken für Kultur aufgewendet. Das sind 350 Millionen Franken mehr als im Jahr davor. Die Steigerung um 2,2 Prozent liegt sogar leicht höher als die Mehrausgaben für den allgemeinen Privatkonsum, wie neueste Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) ausweisen.

Die öffentliche Hand hat nicht einmal ein Fünftel so viel für Kultur ausgegeben wie die Wohnbevölkerung, knapp 3 Milliarden Franken. Das sind 100 Millionen Franken oder etwa 3,3 Prozent weniger als im Jahr 2016.

Das Vorurteil, die Bevölkerung klebe zunehmend am Handy und besuche immer seltener Kulturinstitutionen, wird durch die BFS-Zahlen widerlegt.

In den Jahren davor waren die Kulturausgaben auf allen Staatsebenen langsam, aber steig gestiegen. Die Gemeinden trugen 2017 die Hälfte, die Kantone knapp 40 Prozent und der Bund nicht ganz 11 Prozent der öffentlichen Kulturausgaben.

Das Vorurteil, die Bevölkerung klebe zunehmend am Handy und besuche immer seltener Kulturinstitutionen, wird durch die BFS-Zahlen widerlegt: Gegenüber dem Vorjahr stiegen die privaten Ausgaben für Theater-, Museums- und Kinobesuche. 280 Millionen Franken haben Schweizer Privathaushalte 2017 beispielsweise für Museumseintritte bezahlt, ein Viertel mehr sogar noch als für Kinobesuche.

Gesunken sind einzig die privaten Ausgaben für Musik, Filme/Videos und Bücher – dies wohl vor allem wegen der wachsenden Nutzung von Internet-Downloads. Auch Zeitungen liessen sich die Schweizer weniger kosten: nur noch 1,18 Milliarden gegenüber 1,2 im Jahr davor. Das entspricht einem Rückgang von 2 Prozent. 2006 wurden noch 1,38 Milliarden Franken für Zeitungen und Zeitschriften ausgegeben.


Weihnachtssaktion: Gratis ins Museum

Die Stiftung Schweizer Museumspass verschenkt zu Weihnachten 10 000 Einzeleintritte an die Besitzerinnen und Besitzer der KulturLegi. Damit wird Personen mit schmalem Budget, die bereits eine KulturLegi besitzen, der kostenlose Eintritt in eines der über 500 Museen in der Schweiz ermöglicht.

Menschen mit tiefen Einkommen verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die KulturLegi der Caritas macht dies für Menschen mit knappen finanziellen Mitteln möglich. Über 3100 Angebote in den Bereichen Bildung, Sport, Freizeit und Kultur mit Rabatten zwischen 30 und 70 Prozent stehen zur Verfügung.

Die Museums-Aktion startet am 1. Dezember. Dann können die Eintritte in den meisten regionalen KulturLegi-Stellen und in den Caritas-Märkten abgeholt oder online bestellt werden. Mehr Informationen finden Sie hier: Kulturlegi Museumspass

(SDA)

Erstellt: 28.11.2019, 13:51 Uhr

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