Zum Hauptinhalt springen

Wir sprechen Deutsch

Nur noch Dialekt im Kindergarten ist ein deutliches Zeichen für Rückzug in Zeiten der Globalisierung.

Wenn wir auf dem Spielplatz, im Spital oder in der Kinderkrippe nur noch Hochdeutsch hören, fühlen wir uns in die Enge getrieben. Mit dem anhaltenden Einwanderungsdruck aus Deutschland wächst die Befürchtung, dass unsere Mundart marginalisiert wird. Es ist daher verständlich, dass man eine Art Heimatschutz für den Dialekt betreiben will – unabhängig davon, ob es Berner, Zürcher oder Walliser Deutsch ist. Hauptsache Mundart, egal, wie korrekt oder wortreich sie gesprochen wird.

Etwas verstehen heisst noch nicht, es gut zu heissen. Die Dialektwelle ist Ausdruck eines nachvollziehbaren, aber gefährlichen Rückzugsgefechts in Zeiten der Globalisierung. Die Leute, die sich für den ausschliesslichen Einsatz der Mundart im Kindergarten (und morgen in der Primarschule) starkmachen, wollen nicht sehen, dass unsere geistige Heimat die deutsche Sprache ist. Es gibt keinen alemannischen Dialekt, unabhängig von der deutschen Sprachgemeinschaft. Wenn wir uns nur noch auf unsere Mundart beschränken, machen wir uns kleiner, als wir sind. Und entziehen uns so dem wachsenden Konkurrenzdruck vor allem aus dem Norden. Muss ich vor 80 Millionen Menschen bestehen oder bloss vor vier? «Small is beautiful» ist kein Motto für Ehrgeizige.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.