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Teheran-Serie, Teil IV: Was ein echtes Teheraner Sandwich ist

Exklusiver Vorabdruck – Wie lebt es sich als modern ausgerichtete Frau in Teheran? Wie liebt man, wie vergnügt man sich? Heute: Fastfood in der Millionenmetropole.

Am Vormittag verbringe ich meistens einige Zeit mit dem Versuch, eine traditionelle iranische Mahlzeit für meine Tochter zuzubereiten, die nach Möglichkeit gesund und schmackhaft sein soll. Zumal ich aber keine gute Köchin bin, stösst diese nicht immer auf Begeisterung. Wenn mein Gericht also einmal keinen Anklang bei meiner Tochter findet, kann ich mich auf Protest gefasst machen. Meine Tochter wird sich weigern, mein Gericht zu essen, indem sie sich etwas überzieht, um zum Sandwichladen am Anfang der Strasse zu gehen oder, um noch hochmütiger und extra zur Blossstellung meiner mütterlichen Schwachpunkte, auf eigene Kosten bei einem Teheraner Fastfood telefonisch ein Essen zu bestellen, wie viele junge Teheraner, die meiner Meinung nach weder wirtschaftlich denken können noch die Grundsätze einer gesunden Ernährung kennen.

In solchen Fällen läutet eine Weile nach dem Telefonat ein junger Mann an der Haustür, der eine Jacke mit gelb-rotem, weiss-rotem oder grün-rotem Design trägt – Rot als Symbol für Ketchup, dieser schädlichen, wirkungslosen, dick machenden Würze, die sich in dieser Stadt ungemeiner Beliebtheit erfreut – , mit einer riesigen, aufgeblähten Plastiktüte und einem Kassenzettel in den Händen und sichtbar ungeduldig, diesen voluminösen Plastikbeutel bei seiner Kundin abzuliefern und den Betrag zu kassieren. Anschliessend bedeckt die Plastiktüte, auf der für gewöhnlich in Rot Name und Adresse des Fastfoods abgedruckt sind, den halben Esstisch. In dieser grossen Tüte befindet sich eine weitere, die das Sandwich enthält, eine Plastikflasche mit einem kohlensäurehaltigen Getränk, Pepsi oder Coca-Cola oder eine Orangenlimonade ebenfalls mit dem Nachsatz Cola, oder eine durchsichtige Limonade wie Wasser, etwas in der Art von 7up oder Sprite.

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