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«Ein hoher IQ ist kein Erfolgsgarant»

Aus Harlem an die Spitze der Leistungsgesellschaft: Amerikanische Studenten feiern ihren College-Abschluss in New York. Foto: Mike Segar (Reuters)

Donald Trump hat Betsy DeVos als Bildungsministerin berufen, eine umstrittene ultrarechte Milliardärin aus Michigan. Gerät das kränkelnde US-Bildungswesen jetzt noch mehr unter Druck?

Ihr Bestseller «Die Chancen unserer Kinder» (2013) sagt, wo Bildung ansetzen muss, damit alle Kinder ihr Potenzial ausschöpfen. Der deutsche Untertitel lautet «Warum Charakter wichtiger ist als Intelligenz». Wieso?

Stichwort Belohnungsaufschub: Der Aspekt wird seit einem legendären Experiment in den 60er-Jahren intensiv erforscht.

Und wenn das Umfeld fehlt?

Sie stellten aber ähnliche Defizite bei Kindern reicher Eltern fest.

Am Ende fallen trotzdem die ärmeren Kinder durch die Maschen.

«Es ist zentral, Nehmerqualitäten zu entwickeln, mit denen man Misserfolge zum Lernprozess ummünzt.»

Ist eine kritische, fordernde Haltung gegenüber Kindern hilfreich?

Negativfeedback und harte Auslese im Bildungssystem lehnen Sie ab?

Sie denken über die Schule hinaus. Für Ihr Buch «Whatever It Takes» (2008) haben Sie über vier Jahre ein Grossprojekt in Harlem erforscht, das erstaunliche Erfolgsquoten hat.

«Wichtig ist, dass die Neugier nicht durch langweilige Routine getötet wird.»

. . . und also gut angepasste Rädchen in unserer Leistungsgesellschaft?

Kann man gute Bindungen wirklich beibringen, Resilienz lehren, ein ganzes Umfeld danach umbauen?

Wie geschieht die Prägung?

Ihre Söhne sind zwei und sieben Jahre alt. Haben Ihre Recherchen Ihr Verhalten als Vater verändert?