Der halbe Mann

Angus T. Jones war neun, als er bei der Sitcom «Two and a Half Men» einstieg und mit ihr weltberühmt wurde. Diese Woche beschimpfte er die Show als «Dreck». Wer ist der mittlerweile 19-jährige Schauspieler?

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Erst schimpfte Angus Turner Jones über die Serie, die ihn gross gemacht hat – dann entschuldigte er sich halbherzig. Der Darsteller des trotteligen Jake Harper, der mit seinem Vater Alan bei seinem Onkel Charlie wohnt, sagte in einem Video: «Wenn ihr ‹Two and a Half Men› schaut, bitte hört auf damit. Bitte hört auf, die Serie zu schauen und eure Köpfe mit Dreck zu füllen.» Offenbar ist er der Sekte Forerunner Christian Church beigetreten. Trotzdem will er seine vertraglichen Verpflichtungen – die ihm 350'000 Dollar pro Folge einbringen – erfüllen, danach laut Tmz.com aber aufhören.

Seit 2003 ist er bei «Two and a Half Men» dabei, als halber Mann, der langsam zu einem ganzen wird. Er war neun Jahre alt, als die Dreharbeiten für die erste Staffel begannen. Mittlerweile ist er 19, seine Figur hat die Highschool abgeschlossen, ist ins Militär eingetreten und turtelt kahlköpfig mit Gaststar Miley Cyrus.

Erster Film mit sechs

Jones' Karriere begann aber nicht erst mit der Erfolgsserie, die lange die beliebteste Sitcom Amerikas war und nach dem Abgang von Charlie Sheen hinter «Big Bang Theory» zurückgefallen ist. Schon im Alter von vier Jahren spielte er in Werbespots, mit sechs in seinem ersten Film – zum Kinderstar wurde er aber erst als Jake Harper.

Während die beiden Brüder Charlie und Alan Harper, gespielt von Charlie Sheen und Jon Cryer, sich im Laufe der Serie weder äusserlich noch innerlich entwickeln (was auch nicht vorgesehen ist in Sitcoms), verändert sich Jake naturgemäss sehr stark. Aus dem pummeligen, trotteligen Jungen, der sich nur für Essen interessiert, wurde ein Teenager, der mit seinen Freunden Mist baut und erste Erfahrungen mit Frauen macht (und die Nahrungsaufnahme immer noch nicht vernachlässigt) und schliesslich ein junger Erwachsener mit offener Zukunft.

Von Angus T. Jones' Privatleben ist wenig bekannt. Er wurde in Austin, Texas, geboren und lebt heute mit seinen Eltern und seinem dreijährigen Bruder in Los Angeles. Hin und wieder wurde er mit Freundinnen gesehen, erregte damit aber wenig Aufsehen. Seine aktuelle Partnerin ist Promi-Jägerin Sarah M. alias Stalker-Sarah, die ihren Twitter-Account pausenlos mit Fotos von Stars aus nächster Nähe füllt. Sie begleitet Jones laut Perez Hilton zu den Treffen der Forerunner Christian Church.

Erleuchtung eines Kinderstars

Bereits Anfang des Jahres drückte Jones ein gewisses Unbehagen über die Serie aus, weil seine Figur langsam erwachsen werde. Das passe nicht zu ihr, und er fühle sich komisch, so zu spielen. Nun sprach er in einem langen Video über seinen Weg zu Gott und bezeichnete die Serie als «Dreck». Der Aufschrei war gross, und Jones entschuldigte sich schnell; er habe nicht respektlos gegenüber seinen Kollegen sein wollen. Die Äusserung, die Show sei Dreck, nahm er allerdings nicht zurück. Es könnte ein verzweifelter Versuch gewesen sein, sich von der Show abzugrenzen, bei der er mehr als sein halbes Leben verbracht hat und die ihn wohl noch lange prägen wird.

Unterstützung erhielt er von Charlie Sheen, der zu Tmz.com sagte, die Serie sei verflucht. Produzent Chuck Lorre mache jeden fertig; Sheen selber hatte die Show nach einem Streit mit Lorre verlassen. Sheen bot Jones an, in seiner neuen Show «Anger Management» aufzutreten, wie «New York Daily News» berichtet. Doch ist Charlie Sheen ein eher zweifelhafter Ratgeber für einen jungen Schauspieler.

Unsichere Zukunft

Jones' Mutter macht sich Sorgen um ihn; sie meinte, die Forerunner Christian Church habe ihren Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen und versuche ihn auszunutzen. Gut möglich, dass die Sekte ähnlich wie die Scientology versucht, mit Prominenten für sich Werbung zu machen. Apropos Scientology: Jones' Cousins Christopher Masterson (spielt in «Malcolm in the Middle») und Danny Masterson (aus «Die wilden Siebziger») sind bekennende Anhänger, genau wie ihre Eltern.

Wie es mit «Two and a Half Men» weitergeht, ist offen. In den letzten Episoden ist Jake Harper nicht dabei, weil er im Militär ist. Die Geschichte konzentriert sich immer mehr auf den von Ashton Kutcher gespielten Walden Schmitt, der Charlie abgelöst hat, und Jakes Vater Alan. Gut möglich, dass noch eine Staffel ohne den halben Mann angehängt wird. Ihn rauszuschreiben, dürfte einfacher sein als bei der Hauptfigur Charlie. Sowieso ist Jones unschlüssig, ob er überhaupt weitermachen will mit der Schauspielerei, wie er der «Los Angeles Times» schon vor einigen Jahren sagte; unklar bleibt, ob das an der angeblich verfluchten Serie «Two and a Half Men» liegt oder ob es eine natürliche Entwicklung im Leben eines jungen Menschen ist.

Erstellt: 30.11.2012, 10:53 Uhr

Angus T. Jones' Video

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