Heilsarmee fährt an den Song Contest

Die Schweizer TV-Zuschauer haben es so gewollt: Sie schicken die Heilsarmee an den Eurovision Song Contest 2013 in Schweden. Sie liess sogar gestandene Castingshow-Teilnehmer hinter sich.

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Die Schweizer Endausscheidung für den Eurovision Song Contest hat am Samstagabend mit einer Sensation geendet: Die Schweiz wird im schwedischen Malmö von der Heilsarmee vertreten.

Das Fernsehpublikum wählte die sechsköpfige Heilsarmee-Band aus den neun Finalisten aus. Deren Live-Auftritte wurden direkt aus der Bodensee-Arena in Kreuzlingen TG auf SF 1, RTS 2 und RSI la 2 übertragen.

Die Teilnahme der Heilsarmee am ESC fand im Vorfeld einige mediale Beachtung – wurde aber vor allem als Kuriosum gehandelt. Am Samstagabend haben die zwei Frauen und vier Männer mit ihrer professionell dargebotenen Pop-Ballade «You and Me» offenbar die Herzen des Publikums gewonnen.

Die Heilsarmee ist die Kandidatur beim ESC von Anfang an entschlossen angegangen. Für die Produktion des Songs tat sie sich mit Roman Camenzinds Firma Hit Mill zusammen, die unter anderem auch Bligg produziert. Die Bandmitglieder wurden in einem internen Casting erkoren. Die Jüngste der Band ist 20-jährig, der Älteste 94.

Erfahrene Favoriten geschlagen

Die Heilsarmee setzte sich gegen Musiker mit bedeutend mehr Bühnenerfahrung durch. Unter die ersten drei – in Kreuzlingen wurden keine Rangfolge und keine Stimmzahlen bekannt gegeben – kam das Duo Carrousel mit seinem Folk-Rock-Song «J'avais rendezvous». Die Romands haben bereits zwei Alben publiziert und über 200 Konzerte gegeben.

Der Dritte in den Top 3 ist zwar jung, aber nicht unerfahren. Der 20-jährige Jesse Ritch aus dem bernischen Schönbühl wurde dieses Jahr Dritter bei «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS). Mit dem selbst geschriebenen Song «Forever and a Day» galt er als einer der Favoriten für die Schweizer ESC-Ausscheidung, ebenso wie Carrousel.

Wirklich bekannte Namen fehlten in Kreuzlingen allerdings. Jedoch konnten neben Jesse Ritch drei weitere Teilnehmerinnen Erfahrungen aus Fernseh-Castingshows vorweisen.

Ebenfalls gefehlt hat in der Show die deutsche Sprache. Nicht ein einziges Lied mit deutschem Text hatte es in die Endausscheidung geschafft. Von den neun Songs waren zwei französisch, einer italienisch und alle anderen englisch.

Europa-Board statt Jury

Im Gegensatz zum Vorjahr kam an der von Sven Epiney moderierten Show keine Jury zum Einsatz, sondern ein Europa-Board. Es war besetzt mit fünf Personen aus anderen europäischen Ländern, die aber in der Schweiz leben. Einzige Prominente im Board war die deutsche Komikerin Hella von Sinnen.

Die Europäerinnen und Europäer sollten die Schweizer Darbietungen mit den Augen und Ohren ihrer Landsleute begutachten und bewerten. Das war zwar gut gemeint, das Resultat dann aber etwas zu brav. Zudem hatten die vier Nichtpromis Mühe, nicht neben der stimmgewaltigen von Sinnen unterzugehen.

Die beiden Halbfinals des Eurovision Song Contest 2013 finden am 14. und 16. Mai statt. Im Final am 18. Mai wird dann der Sieger gekürt. Beim ESC 2012 scheiterte das Tessiner Duo Sinplus im Halbfinal. (fko/sda)

Erstellt: 15.12.2012, 22:57 Uhr

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