«Ein gewisser Dreck gehört dazu»

Am Sonntag ist es so weit: Der Schweizer Tatort«Wunschdenken» wird in einer überarbeiteten Fassung ausgestrahlt. Im Interview verteidigt Stefan Gubser die kritisierte Ex-«CSI Miami»-Darstellerin Sofia Milos.

Haben im Schweizer Tatort «Wunschdenken» eine Affäre: Abby Lanning (Sofia Milos) und Kommissar Reto Flückiger.

Haben im Schweizer Tatort «Wunschdenken» eine Affäre: Abby Lanning (Sofia Milos) und Kommissar Reto Flückiger. Bild: SRF

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Wegen seines ersten Falls in Luzern muss Ermittler Reto Flückiger seine Ferien verschieben. Haben Sie nach dem Hickhack um diese Tatort-Folge noch Zeit für Ferien?
Stefan Gubser: Ja. Wir machen wie immer im Sommer Ferien in der Schweiz. Wir fahren ins Tessin und Engadin, um zu wandern.

Die Folge ist nun überarbeitet worden. Hat sie gewonnen?
Es gibt Bereiche, in denen sie besser geworden ist – das räume ich ein. Aber ich will die Filme nicht vergleichen. Wir haben Szenen gekürzt, eine nachgedreht und vor allem viel auf der Ton- und Synchronisationsebene gefeilt. Im Moment sind alle glücklich, auch der Sender ist zufrieden. Ich will eigentlich gar nicht mehr diskutieren, denn das tue ich schon seit einem halben Jahr.

Sie haben in der Öffentlichkeit zur Verschiebung nicht mehr als drei Sätze gesagt.
Das liegt nicht an mir, sondern war ein Senderentscheid, den ich zu respektieren hatte. Natürlich musste ich zuerst einmal leer schlucken. Aber was mich nicht umhaut, macht mich stärker. Und nun sollen sich die Zuschauer ihr eigenes Bild machen.

Was verbindet Sie mit Kommissar Reto Flückiger?
Mein Gerechtigkeitssinn. Ich rege mich auf, wenn er verletzt wird, und nehme kein Blatt vor den Mund, wenn ich mich von Vorgesetzten ungerecht behandelt fühle. Auf anderen Gebieten sind wir unterschiedlich: Flückiger ist eher ein Einzelgänger, ich bin ein Beziehungsmensch. Ich lebe gerne in einer Ehe, freue mich, wenn meine Frau nach Hause kommt oder wenn sie mich erwartet.

Dann hat Ihnen Flückigers bisherige Beziehung zur Konstanzer Tatort-Kommissarin Klara Blum mehr entsprochen als die heisse Affäre mit seiner neuen Kollegin Abby Lanning?
Definitiv. Aber wir haben das in Kauf genommen, weil wir eine Geschichte wollten, wie sie es im «Tatort» noch nie gegeben hat. Und da Sofia Milos, der die Rolle auf den Leib geschrieben wurde, eine attraktive Frau mit viel Sexappeal ist, hat das die Fantasie des Drehbuchautors beflügelt.

Haben Sie nach dem Dreh bereits befürchtet, dass die Szenen dem Schweizer Fernsehen zu erotisch sein könnten?
Nein, es ist ja nichts Anrüchiges passiert.

Trotzdem mussten auch diese Szenen auf Geheiss von Kulturchefin Nathalie Wappler überarbeitet werden.
Sie wurden leicht entschärft.

Ex-«CSI Miami»-Star Sofia Milos ist von Regisseur Markus Imboden nachträglich als Fehlbesetzung bezeichnet worden. War sie immer nur für die erste Folge vorgesehen?
Ja, sie hätte gar keine Zeit, regelmässig in der Schweiz zu drehen. Da wurde viel falsches Zeug geschrieben. Ich habe ihr nichts vorzuwerfen. Sofia war eine Bereicherung, auch als Kollegin.

Während Sofia Milos als Abby Lanning immer perfekt gestylt ist, pendeln Sie als Flückiger zwischen coolem und übermüdetem Cop.
Wenn man zweimal niedergeschlagen wird, sieht man alt aus! Dabei kann man in der Maske nachhelfen oder dreht einfach morgens direkt nach dem Aufstehen. Da darf man nicht eitel sein (lacht). Ein gewisser Dreck gehört ja auch zum «Tatort». (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.08.2011, 12:02 Uhr

Zur Person

Stefan Gubser (54) wurde in Winterthur geboren und wohnt heute in Meilen am Zürichsee. Er ist zum zweiten Mal verheiratet und hat aus erster Ehe eine 30-jährige Tochter. War er zunächst am Theater tätig, steht er seit seiner Hauptrolle in der Serie «Eurocops» (1989-1993) vor allem vor der Kamera.

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