Game of Flops

Wie die Macher des Serienhits «Game of Thrones» ihre Fans mit einem komplett misslungenen Marketing-Gag genervt haben.

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«Einen Eric-Rohmer-Film anzuschauen, ist wie Farbe an der Wand beim Trocknen zu beobachten.» Der legendäre Spruch von Gene Hackman kam einem gestern Abend in den Sinn, als die Produzenten von «Game of Thrones» die Welt mit dem Startdatum der neusten Staffel beglücken wollten. Statt das Datum einfach online zu stellen, griffen sie zu einem Marketing-Gag, der gründlich in die Hose ging: Sie präsentierten ein Live-Video, auf dem ein grosser Eisblock zu sehen war. In diesem steckte eine Tafel mit dem Datum. Die Aufgabe der Fans war es, mithilfe des Kommentars «Fire» das Eis zum Schmelzen zu bringen. Je mehr User kommentierten, desto öfter schoss ein Flammenwerfer Feuer auf den Eisblock.

«Game of Thrones»-Schauspieler feuerten die 160'000 User an. Doch was eine Sache von Sekunden hätte sein sollen, war ein Pannenspektakel. Immer wieder kam der Live-Stream zum Erliegen. Nach einer geschlagenen Stunde und Hunderten von hämischen Onlinekommentaren …

... war das Datum auf der Tafel erkennbar: der 16. Juli 2017 – ein weiterer Schock für Fans. Denn die Serie, die weltweit von Dutzenden Millionen Menschen verfolgt wird, zeigte bisher immer im April die neuste Staffel. Zwar war bereits bekannt, dass man dieses Jahr Verspätung haben würde, aber der 16. Juli ist doch arg spät. Grund ist offenbar, dass die Handlung der Serie in winterlichen Gegenden spielt, wo die Dreharbeiten aufwendiger sind.

Damit nicht genug der Enttäuschungen: Der erste Trailer zur siebten Staffel, der ebenfalls gestern präsentiert wurde, bot keine Filmszenen, nur Audiofetzen. Wobei diese aus früheren Staffeln stammen – ausser jenem ganz am Schluss: «There’s only one war that matters», hört man Jon Snow sagen: «The Great War. And it is here.»

Die schlechten Nachrichten werden der Beliebtheit der Serie natürlich nicht schaden. «Game of Thrones» ist der Serienhit schlechthin. Kritiker und Fans sind seit Jahren in Jubel vereint. Heuer geht das Fantasyspektakel im fiktiven Königreich von Westeros also in die siebte Runde. Was ist inhaltlich zu erwarten?

Rekapitulieren wir zuerst: Cersei sitzt in King’s Landing auf dem Eisernen Thron, Daenerys ist Richtung Westeros unterwegs, und Jon Snow hat sich als Sohn von Rhaegar entpuppt und ist somit Daenerys’ Neffe. Der weitere Verlauf ist somit klar: Schlacht um King’s Landing, White-Walker-Attacke gegen die Mauer, Allianz zwischen Jon (Eis) und Daenerys (Feuer). Kurz: «Game of Thrones» wird in Staffel sieben zu Game of Wars, das vermutet Jon Snow schon richtig.

Oder um den Claim der Serie, «Winter Is Coming», zu aktualisieren: «Winter is here». Und das baldige Ende leider auch. Staffel sieben wird statt der üblichen zehn nur sieben Folgen haben. Und nach der achten Staffel ist endgültig Schluss. Wagt jemand schon eine Prognose, wer dann auf dem Eisernen Thron sitzt? Vorschläge bitte unten eintragen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.03.2017, 11:42 Uhr

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