Interview

«Ich wollte keine Kinder im Chor und keine Alten, die Klassik singen»

Der Sänger Gustav triumphierte gestern im «Kampf der Chöre». Der Freiburger über den Sieg, DJ Bobo und seine Zukunftspläne.

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Gratulation zum gestrigen Sieg. Was hat er bisher ausgelöst?
Der heutige Tag ist voll mit Interviews. Die schönste Reaktion war heute am Morgen in Fribourg. Die Fans haben bis vier Uhr gewartet und gefeiert bis 6 Uhr

Am herausragendsten war der DJ-Bobo-Song «Somebody Dance With Me». Wie kamen Sie auf die Idee?
Dieser Song ist ganz mein Stil. Ich habe selber russische Polka gespielt. Dass ich diesen DJ-Bobo-Song gewählt habe, war dann Zufall. Ich wollte den Chor aus der Reserve locken.

Wie kam es, dass Ihr Chor diese wilden Experimente mitmachte?
Ich habe schon im Casting darauf geschaut, die passenden Leute für mein Vorhaben zu finden. Ich wollte keine Kinder im Chor und auch keine Alten, die Klassik singen. Und man muss gut miteinander auskommen. Ich sage immer, Musik funktioniert neben der Bühne. So ein Chor braucht eine Homogenität. Ab der vierten Sendung gelang das.

Hatten Sie schon vorher einen Chor geleitet?
Ich hatte null Ahnung von der Chorleitung. Darum wollte ich auch von Anfang an von diesem Chor-Groove und diesem Gospel-Zeug weg.

Wie kams zu Ihrer Teilnahme?
Das Fernsehen fragte mich Anfang Sommer an. Mich interessierte am Format «Kampf der Chöre», dass es nicht nur um mich ging, sondern um die Musik und den Chor. Es stellte sich heraus, dass die Sendung wie auf mich zugeschnitten war.

In welchem Format sieht man Sie als nächstes?
In den «Grössten Schweizer Talenten» mit einer durchgeknallten Zirkusnummer. Nein, im Ernst: Das war eine einmalige Sache.

Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Gleich wie vor der Sendung. Ich werde als Musiker weitermachen. Ich habe ja bereits 6 Alben herausgegeben und Hunderte Konzerte gespielt.

Gibt es eine Tournee mit dem Chor?
Eher nein. Das Ganze war auf sechs Wochen angelegt. Es wäre schwierig zu koordinieren. Das ist wahrscheinlich abgeschlossen.

Erstellt: 29.11.2010, 16:07 Uhr

«Ich wollte von diesem Chor-Groove und Gospel-Zeug weg»: Chorleiter und Musiker Gustav.

Gustav

Seit 1998 macht der Freiburger Pascal Vonlanthen unter dem Pseudonym «Gustav» Musik. Einem breiten Publikum bekannt wurde Gustav 2007 mit dem Album «Les jardins de mon coeur», das es auf Platz 14 der Schweizer Hitparaden schaffte. Aktuell ist sein sechstes Album «666» erschienen. Gustav singt auf Französisch, Schweizerdeutsch und Deutsch.

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