Musikverbände wollen kantigeres SRF 3

Einheitsbrei anstatt Ecken und Kanten: Schweizer Musikverbände sind der Meinung, dass sich SRF 3 im Tagesprogramm zu wenig von Privatradios abhebt.

Von «Quotendenken und Quotendiktat» nicht verschont: SRF-3-Moderator Nik Hartmann während «Jeder Rappen zählt» 2012.

Von «Quotendenken und Quotendiktat» nicht verschont: SRF-3-Moderator Nik Hartmann während «Jeder Rappen zählt» 2012. Bild: Keystone

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Schweizer Musikverbände fordern ein anderes SRF 3, so die «Schweiz am Sonntag». Gemäss Nationalrat Balthasar Glättli, dem neuen Präsidenten von Swiss Music Export, unterscheidet sich das Tagesprogramm von SRF 3 nur unwesentlich von jenem der Privatradios.

Ähnlich tönt es aus den Reihen der Musikschaffenden. «Wie die Privaten leiden auch die SRF-Radios unter Quotendenken und Quotendiktat», sagt Bruno Marty, Geschäftsleiter der Interpretengesellschaft und langjähriges Vorstandsmitglied der Schweizer Musikschaffenden. «SRF misst sich mit den Privaten», sagt er weiter. Darunter leide die Musik, die zum durchhörbaren Einheitssound ohne Ecken und Kanten werde.

«Überraschen und aufhorchen lassen»

«Ich erwarte von einem öffentlich-rechtlichen Radio, dass es sich von den Privatradios abhebt und Profil zeigt – auch im Tagesprogramm», sagt er, «es geht um stilistische Breite und Vielfalt. Nicht nur um fehlende Stromgitarren.»

Glättli sieht SRF und die mit 20 Vollstellen dotierte Fachredaktion Musik in der Verantwortung, auf SRF 3 einen Programm-Mix zu präsentieren, der nicht nur Pop-Mainstream bietet, sondern «im Sinn des Service public anders ist, manchmal aufhorchen lässt und überrascht». (kpn)

Erstellt: 30.03.2014, 12:16 Uhr

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