Scientology-Ausstieg führt zu Kritik

«King of Queens»-Star Leah Remini hat Scientology verlassen. Kollegin Kirstie Alley stösst das sauer auf.

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Es war eine Erleichterung letzte Woche, als die Schauspielerin Leah Remini («King of Queens») ihren Ausstieg aus Scientology bekannt gab. 30 Jahre lang war die heute 43-Jährige Scientology-Mitglied gewesen, mehrere Millionen hat sie der Organisation geschenkt, jetzt hat der Sitcom-Star angegeben, die anhaltenden Verhöre und «Gedankenmodifikationen», die Verleumdungen von Familienangehörigen und das Auseinanderreissen von ganzen Familien nicht mehr ausgehalten zu haben.

Von den vielen bei Scientology verbleibenden Berühmtheiten hat sich nun die Schauspielerin Kirstie Alley (legendär für ihre Gewichts-, Drogen- und Benimmprobleme) via Twitter geäussert: «Wenn ich mich mit bösartigem Geschwätz konfrontiert sehe, so nehme ich mir einen Moment Zeit, um den Verlust des Menschen, den ich für meinen Freund hielt, zu erleben ... Dann sag ich: Fuck em ...», schrieb Alley, und: «Das süsseste Gift wird oft mit einem Lächeln serviert ... Nehmt euch in Acht vor Sirup.»

Die verschwundene Frau des Chefs

Wie der amerikanische Scientology-Journalist Tony Ortega herausgefunden hat, postete Alley ihre Tweets kurz bevor und während eines Treffens, das eine ehemals enge Freundin von Remini und Hardcore-Scientologin einberufen hatte, um das Vorgehen im Fall Remini zu besprechen. Seither hüllt sich Kirstie Alley in Selbstverteidigungstweets, beschimpft die Medien und stellt sich selbst als eine tolerante Kämpferin für weltweite Religionsfreiheit dar.

Der Bruch zwischen Remini und Scientology hatte sich übrigens an der Hochzeit von Tom Cruise und Katie Holmes 2006 in Italien angebahnt. Auf dem Blog des Ex-Scientologen Mike Rinder ist zu lesen, dass sich Remini damals besorgt nach der abwesenden Ehefrau des Sektenoberhaupts (und Cruise-Trauzeugen) David Miscavige erkundigt habe. Miscaviges Antwort lautete: «Du hast nicht den Rang, um nach Shelly zu fragen.» Seit 2007 wurde Shelly Miscavige nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. (sme)

Erstellt: 16.07.2013, 10:01 Uhr

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