Porträt

Selbst Meersäuli-Gate bewältigte sie cool

Andrea Jansen, die 30-jährige Bernerin, moderiert ab heute Abend «Die grössten Schweizer Talente».

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Manchmal sagts der «Blick» am schönsten: «Haar, so golden wie Stroh. Augen, blau, wie ein Emmentaler Weiher. Ein strammer Körper, an dem auch Gotthelf selig seine ehrliche Freude gehabt hätte. Apfelrote Wangen.» Das war im Hochsommer 2008, als die junge, 1,62 Meter grosse Bernerin begann, «Bauer, ledig, sucht . . .» auf 3+ zu moderieren. Als sie Bauern verkuppelte, blond bezopft mit Kälbern spielte und sagte, dass sie selbst noch nie im Heu geküsst worden sei. Und als sie gerade ihr Kommunikations- und Medienwissenschaftsstudium mit summa cum laude abgeschlossen hatte.

Frittiertes Meesäuli gegessen

2009 hatte sie dann selbst in der Liebe das grösste Pech ihres Lebens: Nach sieben Jahren Beziehung und einen Monat vor der geplanten Hochzeit in Thailand wurde sie von TV-Produzent Mathias Ruch verlassen. Andrea Jansen hat sich dazu nicht geäussert, sie ist eine sehr diskrete Person. Im März 2010 hatte sie den bisher grössten Skandal ihrer TV-Karriere: Für «SF unterwegs» hatte sie in Peru ein frittiertes Meersäuli gegessen! Eine Tierli-Nation stand kopf! «Pervers und krank» fanden das die Gebührenzahler, einige von ihnen outeten sich allerdings auch als Meersäuli-Gourmands in ihren Peru-Ferien. Und, ganz ehrlich, was Andrea Jansen damals auf dem Teller hatte, sah ziemlich lecker aus.

Einen Monat nach Meersäuli-Gate wurde sie 30. Und schrieb auf die Einladung zur Geburtstagsgrillparty, dass man als Grillfleisch ruhig auch einen Nager mitbringen dürfe. Sie sagte damals, dass sie keine Angst habe vor dem Älterwerden, schliesslich gleiche sie ihrem Mami aufs Haar, und in dem Fall seien ihre Aussichten sehr beruhigend. Nach ihrem Geburtstag dauerte es übrigens gar nicht mehr lange, bis sie mit einem Raphael aus Bern glücklich wurde, mit dem sie schon studiert hatte. Mehr ist über ihn aber nicht zu erfahren.

Attraktives Mädchen in glänzenden Fetzen

2007 und 2009 moderierte Andrea Jansen an der Seite von Max Loong an Sonntagabenden «Musicstar», und man stellte fest, dass 3+ seine Moderatoren wirklich typgerechter anzuziehen weiss als das Schweizer Fernsehen. So ein attraktives Mädchen in derart glänzenden Fetzen! Sie sah darin aus wie schwanger! Doch ihrem Moderationstalent konnte SF zum Glück nichts anhaben, sie ist da sehr selbstbewusst, sehr souverän, mit frechen kleinen Volten und dabei höchst bodenständig, eine Mona Vetsch auf Berndeutsch. Im allerbesten Sinn cool.

Sie wird es gut machen an der Seite von Sven Epiney, wenn sie heute Abend Schweizer, die sich für talentiert halten, durch die Sendung begleitet. Falls Epiney sie überhaupt zum Reden kommen lässt. Ob die Schweizer es ihrerseits gut machen, darf noch bezweifelt werden, es ist bei solchen Sendungen, wo «Talent» derart nach allen Seiten offen ist, ja immer zu befürchten, dass sich sämtliche Meersäuli-Dompteure und WC-Bürsteli-Schlucker eines Landes melden.

Stramm und gesund

Und sonst? Sonst ist Andrea Jansen eben einfach derart stramm und gesund, dass es beinahe ans Farblose grenzt. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehören Jassen und mit ihrer Katze Plaudern. Und «nie, nie, nie», schreibt sie auf der Website www.andreajansen.ch, würde sie «allergieauslösenden Chnobli essen, gruusige Spinnen anfassen; Polonaisen anzetteln». Sind das wirklich die grössten Exaltiertheiten, die sie sich vorstellen kann? Oder verschweigt sie uns am Ende was?

«Die grössten Schweizer Talente», heute, SF 1, 20.10 Uhr. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 29.01.2011, 07:29 Uhr

Andrea Jansen. (Bild: Keystone )

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