TV-Kritik: Monika Fasnacht – die Beyoncé der Alpen

Auch diesen Sommer unterhält das SF mit dem «Donnschtig-Jass». Die Gesprächsthemen nach der ersten Sendung: Der neue Schiedsrichter und Monika Fasnachts Décolleté.

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Kurz nach 20 Uhr begrüsst Monika Fasnacht zur ersten Sendung dieses Jahres, wie immer live und open air. Für einmal regnet es nicht und so läuft für die urchigste TV-Unterhalterin der Schweiz alles nach Plan. Die 45-Jährige präsentiert sich braungebrannt und in einer raffiniert glitzernden Tracht mit Push-up-Effekt. Traditionell und modern zugleich, erscheint sie als eine Art Beyoncé Knowles der Alpen.

Peach Weber und Madame Michelle

Eigentlich würde es laut Sendekonzept ums Jassen gehen, doch wie bei «Wetten, dass...» verkommt das Spiel zur Nebensache. Denn für Abwechslung sorgen unter anderem ein Handsäge-Wettbewerb und nicht zuletzt Simba, einer der letzten Fernseh-Hunde und damit eine Spezies, die man seit dem Showbiz-Ende von Dieter Thomas Heck und Kurt Felix ausgestorben meinte. Für den Jöh-Effekt sorgen auch zwei Kinder, die den Schweizer Jassnachwuchs vertreten. Nicht alle Jugendlichen sind dem Videospiel verfallen, so die subtile Message.

Der «Donnschtig-Jass» bietet ein einmaliges Stück heile Schweizer TV-Welt. Zu dieser gehören auch die beiden prominenten Gäste aus dem Aargau, Ex-Tagesschausprecher Heinrich Müller und Komödiant Peach Weber. Zur Charakteristik der Sendung gehört, dass Müller in einem Ortsporträt von Rheinfelden neben dem bekannten Bier und dem Fluss auch auf das Stadtoriginal, die Wahrsagerin «Madame Michelle», hinweist. Weber muss sich in einem Parcours bewähren. Und ja, er schafft es in einer Minute, diesen mit einer Pferdekutsche abzufahren, um dann ein Bierfass anzustechen. Prost!

In Bierlaune

In vier Runden jassen Mitglieder der zwei Basler Gemeinden Riehen und Röschenz gegeneinander. Monika Fasnacht folgt wie immer den Anweisungen eines Telefon-Jassers. Sie punktet mit launigen Sprüchen («Wir sind heute eher in Bierlaune») und spielt zum Vergnügen aller eine falsche Karte aus. Der Ostschweizer Dani Müller im Karo-Hemd übernimmt neu den Part des Schiedsrichters als Ersatz für Ernst Marti, der nur noch im «Samschtig-Jass» zu sehen sein wird. Noch etwas unsicher, aber ähnlich stoisch wie das Original, notiert auch Müller die Punkte der Spieler mit Kreide und kommentiert sie, wie ein Buchhalter seinen Jahresabschluss. Zum Glück existiert in seinem Job schon längst der Videobeweis.

Schliesslich gewinnt Riehen im Jassen und beim Zuschauerwettbewerb eine Frau mit dem treffenden Namen Regenass. Auf dass auch die nächste Folge nicht ins Wasser fällt.

Erstellt: 09.07.2010, 10:31 Uhr

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