«Am Sonntagabend werde ich jetzt nicht mehr baden können»

Comedian Michael Elsener erhält eine eigene Sendung auf SRF. Wie er zum neuen Prestige-Job kam und wen er sicher nicht in die erste Show einladen wird, erzählt er im Interview.

Die Pilotfolge von «Late Update» lief bereits auf SRF. Ab Januar 2019 gehts richtig los – auf dem Sendeplatz, der vorher «Giacobbo/Müller» gehörte. Quelle: SRF


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Herr Elsener, wie kam das Engagement zustande?
Wir haben im April eine Pilotfolge gedreht. Dann ging ich lange auf Reisen und als ich zurückkam, haben mir die Verantwortlichen vom SRF gesagt, es wäre gut, wenn ich künftig öfter hier wäre.

Wie wird die Show, können Sie schon was verraten?
Sie heisst «Late Update», wie die Pilotfolge. Es wird eine Show über das, was so passiert. Ich möchte zum einen über das reden, was man sich beim Mittagessen über die Welt erzählt. Aber ich möchte auch eigene Themen setzen und Hintergründe beleuchten. Etwa so, wie ich dies bis jetzt schon bei meinen Facebook-Clips mache.

Wie gross ist Ihr Team?
Das Team besteht im Minimum aus 246 National- und Ständeräten, 7 Bundesräten, dazu kommen jede Menge Wirtschaftsgrössen – wir können uns echt nicht beklagen über die Anzahl an Themen-Inputtern.

Welche Forderungen hat SRF an Sie gestellt?
Die Bedingung ist: «Mach mit deinem Team eine gute Show, Michi.»

Was wollen Sie anders machen als andere Late-Night-Talker?
Das Geheimnis guter Late Night ist, dass die Show und der Host eine Einheit sind. Ich werde die Sendung zusammen mit dem Publikum entwickeln, von Ausgabe zu Ausgabe. Ich habe viele Ideen. Doch wie die Show dann genau daher kommt, das wissen wir erst nach ein paar Ausgaben. Das ist für mich echt grad das spannendste Comedy-Abenteuer, das ich mir vorstellen kann.

Ein Traumjob für Sie?
Ich freue mich sehr auf dieses Ding! Das Schöne ist: Da kommt vieles, was ich in den letzten Jahren gemacht habe, zusammen. Mein Studium in Politikwissenschaften, meine frühere Arbeit als Journalist und meine Passion für Comedy. Ich finde die Arbeit an so einer Show einfach sehr erfüllend.

Und sie ist bestimmt auch finanziell lukrativ.
Ich sags mal so: Das SRF geht echt haushälterisch mit den Gebührengeldern um.

Was liegt neben dem Engagement noch drin für Sie?
Ich werde den Fokus auf «Late Update» setzen. Das ist ein 7-Tage-Job. Am Sonntagabend werde ich jetzt nicht mehr baden können.

Haben Sie einen Wunschgast für die erste Sendung?
Da werde ich mich von der Aktualität leiten lassen. Johann Schneider-Ammann wohl eher nicht. Der würde mir die Show stehlen.

Die Pilotfolge kam sehr gut an. Wie viel Druck machen Sie sich?
Sich Druck zu machen, ist kontraproduktiv. Ich möchte jede Woche die im Moment bestmögliche Sendung machen. Ich und mein Team, wir sind so angetan von den News und was man alles aus ihnen machen kann, dass wir für andere Gedanken wohl keine Zeit haben werden.

Erstellt: 17.09.2018, 10:36 Uhr

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