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Der Chef einer der grössten SRF-Abteilungen geht

Stefan Charles, Leiter der Kulturabteilung, war nur drei Jahre beim Sender.

Andreas Tobler
Erst da, jetzt schon wieder weg: Stefan Charles verlässt nach drei Jahren SRF-Kultur (Foto: SRF)
Erst da, jetzt schon wieder weg: Stefan Charles verlässt nach drei Jahren SRF-Kultur (Foto: SRF)

Er war ein Quereinsteiger, der einen der grössten SRF-Tanker hätte in die Zukunft manövrieren müssen. Nun geht er nach bereits drei Jahren wieder: Stefan Charles, der als Nachfolger von Nathalie Wappler die Kulturabteilung des Schweizer Radios und Fernsehens übernahm. Kultur ist beim SRF mit 295 Mitarbeitern eine der grössten Abteilungen. Zum Vergleich: SRF-Sport hat lediglich 155 Mitarbeiter.

Gründe für den überraschenden Abgang von Charles werden keine genannt. Der 52-Jährige habe den Umzug der Kulturabteilung ins neue Meret-Oppenheim-Hochhaus in Basel «erfolgreich umgesetzt», wird die neue SRF-Chefin Nathalie Wappler von ihrer Pressestelle zitiert. Charles sei «generell stets offen für Veränderungen, für Entwicklungen, für Zukunftsthemen» gewesen. Mit seinem breiten Verständnis von Kultur und seinem weitreichenden Netzwerk habe er das Kulturangebot von SRF entscheidend geprägt. So Wappler.

Bevor er zum SRF kam, war Charles, der eigentlich Stefan Wittwer heisst, kaufmännischer Direktor des Basler Kunstmuseums. Vor seiner Zeit am Museum war Charles unter anderem als Komponist tätig und schrieb die Debütsingle «Bum» und die B-Seite «Atemlos» der Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld (bekannt aus «Gute Zeiten, schlechte Zeiten»). Nicht zuletzt deshalb überraschte sein Wahl als SRF-Kulturchef, denn die Herausforderungen für einen Quereinsteiger wie Charles waren und sind nicht gering: der Spardruck beim SRF, die Zusammenführung und eine zukunftsweisende Strategie der verschiedenen Kanäle (Online, Fernsehen und Radio) standen auf Charles' To-do-Liste.

Als Kulturchef war Charles unter anderem für Radio SRF 2 Kultur, die fiktionalen Eigenproduktionen, das Dokumentarfilm-Angebot, die Wissenschaftssendungen und die Kulturplattform im Internet verantwortlich. Zudem war er Mitglied der Geschäftsleitung von SRF und nahm auch Einsitz in der Geschäftsleitung von 3sat. In Charles' Zeit als Kulturchef entstanden grosse Serien wie «Wilder» oder «Frieden», der neue Zürcher «Tatort» sowie DOK «als erfolgreichster YouTube-Kanal», wie das SRF schreibt.

Was Charles nach seinem Abgang bei SRF macht, ist nicht bekannt. Er orientiere sich ausserhalb des Unternehmens neu, heisst es in der Medienmitteilung von SRF.

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