Zum Hauptinhalt springen

«Cornelia Boesch hat mit den Quoten nichts zu tun»

Gestern berichtete Redaktion Tamedia von den sinkenden Zuschauerzahlen bei der «Tagesschau». Nun nimmt Chefredaktor Diego Yanez Stellung.

Herr Yanez, früher war die «Tagesschau» ein Fixpunkt in jeder Familie, heute muss sie um jeden Zuschauer kämpfen. Hat die Redaktion den gesellschaftlichen Wandel verschlafen? Die «Tagesschau» ist nach wie vor ein bedeutender Fixpunkt. Aber natürlich spürt auch sie die veränderte Mediennutzung. Wie alle klassischen Medien – auch Tageszeitungen – verliert das lineare Fernsehen teilweise an Aufmerksamkeit. Die Digitalisierung hat das Publikum stark beeinflusst und eine nie dagewesene Angebotsvielfalt geschaffen – und zwar «on demand» statt starr linear. Heute ist jeder sein eigener Radio- und Fernsehdirektor und entscheidet, wann er was wie wo konsumieren will.

Die «Tagesschau» ist also kein Selbstläufer mehr, nach dem sich alle richten. Von früher über einer Million Zuschauern zu heute 600'000 bis 700'000 ist ein gewaltiger Einbruch. Die «Tagesschau» hatte in den Monaten Januar bis Mai 2011 im Durchschnitt 740'000 Zuschauer. An Spitzentagen waren es deutlich mehr; bei Grossereignissen – wie etwa Fukushima – erreicht die Sendung immer noch über eine Million Personen. Dass die Zahlen gegenüber früher etwas zurückgegangen sind, liegt an dem seit längerem sichtbaren Trend, dass das Publikum zunehmend das Internet nutzt, insbesondere bei Newssendungen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.