Zum Hauptinhalt springen

Dänisches TV: Sitcom über Terroristen-WG

2009 startet in Dänemark die wohl politisch inkorrekteste Sitcom. Sie schildert den Alltag total unfähiger islamistischer Terroristen, die einen Anschlag planen. Da werden Erinnerungen an Mohammed-Karikaturen wach.

«Ja? Hier die Terrorzelle.» Ali spricht in den Telefonhörer. «Idiot!» schreien die anderen drei Mitgliedern der Terror-WG im Chor. Der Ausschnitt aus der dänischen Sitcom «The Terror Cell», die im Frühling 2009 auf Sendung gehen soll, macht klar was hier Programm ist: Political Incorrectness.

«The Terror Cell» zeigt den «ganz normalen Alltag» vierer Terroristen in Kopenhagen. Sie haben sich in einem heruntergekommenen Appartement verkrochen, um einen Selbstmordanschlag zu planen. Der Comedy-Aspekt daran: Sie sind absolute Dilettanten. Bei ihrem Komplott geht alles schief, was nur schiefgehen kann. Und dann haben sie auch noch mit den gängigen Problemen von extremistischen – aber ungeschickten – Islamisten im Westen zu tun: Wie stimmt man darüber ab, wo Mekka ist, wenn man es zwar nicht weiss, aber die Demokratie hasst? Wie dreht man ein Selbstmord-Video, wenn die Crew ständig «Hallo Mama!» in die Kamera ruft? Und: Wird Allah sie im Himmel akzeptieren, obwohl sie ihren Goldfisch namens George Bush auf dem Gewissen haben?

Reine Satire

Hinter der grotesken Serie steht Omar Marzouk, 35, selber Moslem und einer der bekanntesten Stand-Up-Comedians Dänemarks. Der Sohn Ägyptischer Einwanderer weiss, wie man provoziert. So war er etwa schon mit seinem Stand-Up-Programm «War, Terror and other fun stuff» unterwegs. In der Serie spielt er den Anführer Osama.

«Es geht nicht um Blasphemie, sondern darum, sowohl Moslems als auch Nicht-Moslems zum Lachen zu bringen», erklärt er der «New York Times». Die Serie sei genauso eine Satire auf die Dänische Kultur wie auf den Terrorismus, so Marzouk weiter.

Zwar ist «The Terror Cell» nicht die erste Serie, die den Islam auf die Schippe nimmt – aber wohl die unzimperlichste. In einem Trailer ist etwa zu sehen, wie einer der Möchtegern-Terroristen seinem Kollegen aus Versehen die Hände abtrennt. Ausserdem soll praktisch jede Folge damit enden, dass die Islamisten ihre Bude oder sich selbst in die Luft sprengen. Darauf schickt sie Allah stets auf die Erde zurück, damit sie es das nächste Mal besser machen.

Karikaturenstreit lässt grüssen

Die Ankündigung der Serie lässt Erinnerungen wach werden: 2005 erschienen in einer dänischen Zeitung Karikaturen des Propheten Mohammed, welche Proteste im Nahen Osten und in Asien verursachten. 2006 wurden sie gar erneut abgedruckt. In der Folge zündeten Moslems weltweit dänische Flaggen an, die Karikaturisten mussten um ihr Leben fürchten. Bei Protesten und Angriffen auf Botschaften kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

Ob als Provokation gedacht oder nicht, «The Terror Cell» dürfte den wenigsten Islamisten gefallen. Und auch wenn Satire fast alles darf und Omar Marzouk der Ansicht ist, dass «nichts besser Brücken bildet als der Humor», lässt sich nur hoffen, dass es alle Zuschauer auch wirklich mit dem nötigen Humor nehmen können.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch