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Das Doppelleben des Knastdoktors

Im richtigen Leben behandelt er Gefängnisinsassen, im Kölner «Tatort» seziert er seit 15 Jahren Leichen. Warum Joe Bausch lieber böse sein würde und was er vom Schweizer «Tatort» hält, sagt der Arzt im Interview.

Seit 25 Jahren beruflich hinter Gittern: Der 59-jährige Gefängnisarzt und Schauspieler Joe Bausch. Mit «Knast» hat er ein Buch über das Leben in der Haftanstalt Werl geschrieben.
Seit 25 Jahren beruflich hinter Gittern: Der 59-jährige Gefängnisarzt und Schauspieler Joe Bausch. Mit «Knast» hat er ein Buch über das Leben in der Haftanstalt Werl geschrieben.
© Wolfgang Schmidt
Im Kölner «Tatort» spielt er den einsilbigen Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth. Hier in der Folge «Kaltes Herz» aus dem Jahr 2010.
Im Kölner «Tatort» spielt er den einsilbigen Gerichtsmediziner Dr. Joseph Roth. Hier in der Folge «Kaltes Herz» aus dem Jahr 2010.
© WDR/Uwe Stratmann
...oder in «Pechmarie» (2008).
...oder in «Pechmarie» (2008).
© WDR/Uwe Stratmann
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Sie arbeiten als Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl, mit rund 900 Insassen einer der grössten Haftanstalten Deutschlands. Wen haben Sie heute alles behandelt? Heute hatte ich Sprechstunde für Straftäter mit Sicherheitsverwahrung. Darunter waren auch Menschen mit schwierigeren Erkrankungen, weil einige ja schon älter sind. Einer meiner heute rund 60 Patienten war ein Neuzugang, den wir vor 14 Jahren schon mal entlassen hatten. Nun hat er mit 66 Jahren erneut eine Gefängnisstrafe von neun Jahren gekriegt und wird mindestens bis 75 hier absitzen. Dann hatte ich verschiedene Drogenabhängige, einen HIV-Patienten, der neue Medikamente gegen Aids benötigte, und einen Insassen mit einem Kriegstrauma, der über starke Kopfschmerzen klagte. Etwa so sieht es bei mir jeden Tag aus.

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