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Der Anarchist im Billiganzug

Comedian Kurt Krömer bricht in seiner «internationalen Show» alle gängigen Verhaltensregeln des Unterhaltungsfernsehens. Gerade deshalb war dieses schon lange nicht mehr so unterhaltsam.

Wenn die Primetime vorbei ist, wenn der Massengeschmackszuschauer im Bett liegt und schnarcht, wird sogar das öffentlich-rechtliche Fernsehen manchmal richtig unverschämt. Die ARD zum Beispiel zeigt dann «Krömer – die internationale Show». Meistens am Donnerstag, meistens um halb zwölf.

Irgendwie voll daneben

Gastgeber dieser seltsamen Talkshow ist Kurt Krömer. Als er letzte Woche den mit einem nicht eben klein gewachsenen Riechorgan ausgestatteten Kabarettisten Mike Krüger auf die Bühne bat, dieser aber nicht sofort reagierte, rief Krömer per Mikrofon ins Vorzimmer: «Wenn Sie jetzt schon die Nase voll haben, können Sie ja wieder gehen.» Krüger kam dann doch, und Krömer fragte frech: «Wo haste meine Geschenke?» Krüger überreichte ihm zwei Frisbees und eine DVD. Krömer nahm die DVD aus der Hülle und warf sie ins Publikum, «weil die ja auch fliegt». Krüger schaute säuerlich, Krömer lugte verwegen hinter der Hornbrille hervor und zündete sich gemeinsam mit dem zweiten Studiogast Hugo Egon Balder – der hatte sein Fett für die «Tutti Frutti»-Vergangenheit schon vorher abbekommen – eine Zigarette an.

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