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Die 10-Gesichter-Frau

Tatiana Maslany hat den Emmy für die beste Seriendarstellerin gewonnen. Ihre Paraderolle muss man gesehen haben.

Eigentlich hätte Maslany die Auszeichnung schon vor Jahren verdient. Leider aber sind die Emmys eine ähnlich behäbige Angelegenheit wie die Oscars – obwohl sie mit der Serienkunst das jüngste und angesagteste Kulturformat prämieren. Seit drei Jahren nämlich läuft «Orphan Black». Inzwischen ist die Serie in der vierten Staffel angelangt. Weil sie wie kaum eine andere Produktion von Cliffhangern und Twists lebt, muss man mit Inhaltsangaben vorsichtig sein. Es geht, ganz grob gesagt, um ein Klonexperiment mit Menschen.

Maslany spielt Sarah Manning, ein Punk, der sich in Toronto mit Drogendeals durchschlägt. Eines Tages beobachtet sie zufällig den Selbstmord einer jungen Frau. Die Frau sieht ihr verblüffend ähnlich. Sarah, auf der Flucht vor ein paar geprellten Kunden, nimmt die Identität der Toten an – und findet heraus, dass diese ausgerechnet Polizistin war. Stück für Stück erfährt Sarah die Wahrheit: Sie sind Klone. Und es gibt noch mehr, die so sind wie sie.

Tatiana Maslany spielt also nicht eine Hauptrolle, sondern mehrere. Privat ist sie übrigens ebenfalls ein Gemisch: Die 30-jährige Kanadierin hat ukrainische und polnische Vorfahren auf der einen Seite und deutsche, österreichische und rumänische auf der anderen. Sie spricht Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Vielleicht hat ihr das bei ihrer Aufgabe geholfen. Wie sie ihre Rollen (wie viele Klone es letztlich sind, sei hier nicht verraten) mit komplett unterschiedlichen Charaktereigenschaften, Akzenten und Mimik spielt, ist mal komisch, mal tragisch, und immer atemberaubend spannend. Denn die Klone schlagen sich letztlich auch mit einer sehr persönlichen Frage herum. Wer ist man, wenn es weitere Ichs gibt? Und vor allem: Wer ist eigentlich das Original?

Staffel 1–4 von «Orphan Black» sind auf Netflix zu sehen.

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