Die besten Serien des 21. Jahrhunderts

Mit «24» hat der Boom angefangen, seither jagen sich die Serien-Highlights. Wir listen vor dem Jahr 2020 die allerbesten. Einverstanden? Nennen Sie uns Ihre Favoriten!

Der Antiheld der Nullerjahre: Walter White (Bryan Cranston, r.) aus «Breaking Bad».

Der Antiheld der Nullerjahre: Walter White (Bryan Cranston, r.) aus «Breaking Bad».

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts geschah etwas Bemerkenswertes: Die TV-Serie, die kleine hässliche Schwester des Films, wandelte sich zur intelligenten Schönheit. Am Anfang standen «24» oder «The Wire», seither wird produziert wie verrückt. Die vor zehn Jahren aufgekommenen Streamingdienste wie beispielsweise Netflix haben die Entwicklung erst recht beschleunigt.

20. «Les Revenants» (2012–2015)
Tote, die auferstehen: Das ist das Zombie-Konzept. Doch hier kommen die Toten in einem französischen Alpendorf so zurück, wie sie einst waren, als ob nichts geschehen wäre – was die Hinterbliebenen natürlich komplett verstört. Ein faszinierendes Gedankenexperiment, eine Mediation über Verlust, Trauer und Vergänglichkeit. Und saumässig gruselig. Zur Rezension.

19. «Grey’s Anatomy» (2005–)
Serien sind wie Parallel-Dimensionen. Und diese ist unsere längste fiktive Beziehung im bisherigen 21. Jahrhundert: Die Chirurgin Meredith Grey und ihre Kollegen lassen uns seit 16 Staffeln an ihrem Leben teilhaben. Es geht meistens um spektakuläre medizinische Fälle und immer um private Dramen und die Liebe. Zur Besprechung.

18. «The Walking Dead» (2010–)
Jetzt zu den echten Untoten. Die Serie, die von den Überlebenden einer Zombie-Apokalypse handelt, und wie sie langsam entmenschlichen, ist brutal und düster – aber ein Massenphänomen: 20 Millionen Zuschauer schalten sich pro Episode zu. Zum Bericht.

17. «24» (2001–2014)
Das Comeback des Kiefer Sutherland! Eine Serie in Echtzeit! Ein viergeteilter Bildschirm, wo man die Protagonisten sozusagen live verfolgen konnte! «24» war so neu, so noch nie da gewesen, dass man damals schon ahnte: Die Zukunft gehört den Mehrteilern. Wer «24» nie gesehen hat, hat eine Bildungslücke.

16. «Game of Thrones» (2011–2019)
Winter is coming, Jon Snow, Westeros... die Figuren und Begriffe des Fantasy-Epos waren in den Zehnerjahren allgegenwärtig. «Game of Thrones» hat TV-Geschichte geschrieben, es ist die bekannteste Serie des 21. Jahrhunderts. Zum Bericht.

15. «Mad Men» (2007–2015)
Erzählt wurde hier von Werbern und wie sie Anfang der Sechziger den Kapitalismus aufhübschten. Das war nicht nur verdammt stylish inszeniert, sondern lotete clever die Ursprünge heutiger Probleme in der Vergangenheit aus. Zur Rezension.

14. «Six Feet Under» (2001–2005)
Nachdem ein Bestattungsunternehmer unerwartet stirbt, müssen seine Kinder und seine Witwe die Firma weiterführen: «Six Feet Under» begeistert mit einem tiefen Verständnis für die Mechanismen von (zerrütteten) Familien und mit der Fähigkeit, fliessend vom Schockierenden zum Melodramatischen überzugehen. Mit schwarzem Humor wird auch nicht gegeizt.

13. «Bloodline» (2015–)
Die Rayburns sind ein Hotel-Clan in den Florida Keys, und die dort herrschende feucht-drückende Hitze ist daheim auf dem Sofa spürbar, so grandios und eindringlich wird diese sich langsam aufbauende Serie über all die unter der Oberfläche brodelnden familiären Konflikte erzählt. Eine Wucht, auch wegen der Besetzung.

12. «Stranger Things» (2016–)
Wie hier mit BMX-Rädern, Commodore-Computern und Eltern, die ihren Nachwuchs stundenlang allein im Wald spielen lassen, eine Achtzigerjahre-Geborgenheit beschworen wird, ist vielleicht der Hauptgrund für den Megaerfolg der Serie. Dass sich im Kleinstädtchen Hawkins Dämonen breitmachen, ist natürlich auch toll. «Stranger Things» ist die TV-Serie, die Steven Spielberg und Stephen King niemals gemacht haben. Zum Bericht.

11. «Making A Murderer» (2015–2018)
Klingt völlig abstrus, ist aber wahr: Steven Avery sitzt 18 Jahre unschuldig im Gefängnis, kommt frei und wird zwei Jahre später erneut verhaftet – wegen eines Mordes, den er tatsächlich begangen haben soll. Oder wurde er schon wieder reingelegt? True Crime mit Höchstspannung und vielen Fragezeichen. Zur Rezension.

10. «Bureau des Légendes» (2015)
Das Büro der Legenden ist jene Abteilung des französischen Auslandgeheimdienstes D.G.S.E., wo die falschen Identitäten der Agenten kreiert werden. Deren Held: ein melancholisch-grandioser Mathieu Kassovitz. Es geht um internationale Politik und um Terror. Superschnell und hochgradig komplex. Die beste, weil eleganteste Agentenserie überhaupt.

9. «The Wire» (2002–2008)
Was kann man noch sagen über David Simons fünfteilige Saga des Drogenkriegs in Baltimore mit seinen korrupten Polizisten und den Dealern, die Wirtschaft studieren, mit all den Verlorenen und Hoffnungsvollen? Nichts, ausser dass es das erste grosse Kunstwerk des 21. Jahrhunderts war.

8. «Sherlock» (2010–2017)
Diese BBC-Produktion ist brillant, weil sie es schafft, die legendäre Figur des Sherlock Holmes in die Jetztzeit zu retten: seine Arroganz, seine intellektuelle Überlegenheit und vor allem seine Einsamkeit – ein heroinsüchtiges Genie im modernen London. Rasend inszeniert, fantastisch gespielt mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle. Zur Rezension.

7. «Louie» (2010–2015)
Diese Serie des Stand-up-Künstlers Louis C.K., der als #MeToo-Missetäter geoutet wurde, ist weniger bekannt als seine Bühnenauftritte – und auch weniger gnadenlos. Im Gegenteil, der Amerikaner versucht in den stark autobiografisch gefärbten Episoden nach der Scheidung als alleinerziehender Vater zweier kleiner Töchter der Welt einen Sinn abzuringen. Berührend, lustig, philosophisch, grossartig. Zum Porträt.

6. «Black Mirror» (2011–)
Die Folgen der britischen Serie sind wie in sich abgeschlossene Spielfilme. Ihnen gemeinsam ist das Thema: zukünftige Technologien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen, erzählt über abgründige Szenarien voll schwarzen Humors. So hintergründig clever gruselt man sich nirgendwo sonst. Zur Besprechung.

5. «Curb Your Enthusiasm» (2000–)
Larry Davids semiautobiografische Comedy frönt der «Awkwardness» – jenem Moment, in dem konkurrierende Normensysteme sich begegnen und man selbst nicht weiss, für welches man sich entscheiden soll: der ganze Wahnsinn und die moralischen Abgründe des Alltags, komprimiert in dramaturgische Kleinode von 20 Minuten. Zum Porträt.

4. «Breaking Bad» (2008–2013)
Auch er ist in die Annalen der grossen Serienhelden eingegangen: Walter White, der krebskranke, Meth kochende Bünzli. «Breaking Bad» vereint Drama und Thriller wie kaum eine andere Serie, darüber hinaus ist sie Kapitalismuskritik, Sittengemälde und ein Ästhetikporno sondergleichen: Da flimmert die Hitze in der Wüste New Mexicos, und schonungslose Nahaufnahmen oder weitläufige Totalen übersetzen die Vereinsamung und Verzweiflung der grossartig entworfenen Figuren.

3. «Fleabag» (2016–2019)
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Ein-Personen-Theaterstück der britischen Drehbuchautorin und Schauspielerin Phoebe Waller-Bridge. Es geht darin um das Leben einer namenlosen Single-Frau, die ihre innere Leere zu kaschieren versucht. Innovativ, lustig, sexy, gescheit, traurig, absurd: «Fleabag» ist ein totaler Triumph. Zur Besprechung.

2. «The Americans» (2013–2018)
Erzählt wird das Leben der russischen Spione «Elizabeth» und «Philip» Jennings, die in den frühen 80er-Jahren zwangsverheiratet in Washington stationiert sind. Sogar ihre Kinder wissen nicht, wer sie wirklich sind. Ein privates und politisches Doppelspiel, das an Dramatik und Spannung seinesgleichen sucht. Zur Besprechung.

1. «The Office» (2001–2003)
Ja, eine gewagte Nr. 1! Aber zu Beginn des Jahrhunderts, als der Begriff des «Fremdschämens» aufkam, zelebrierte diese Fake-Doku-Serie die neue Art von Humor in Perfektion. Ricky Gervais spielt David Brent, einen Bürovorsteher, der seine Führungs- und Unterhaltungsqualitäten masslos überschätzt. Das ist unglaublich lustig und gleichzeitig derart peinlich, dass man ihm nur durch die Finger vor dem Gesicht zuschauen kann. Das Format wurde in anderen Ländern adaptiert («Stromberg»), doch das stellare britische Original bleibt unerreicht. Zum Porträt von Ricky Gervais.

Diese Auswahl und ihre Reihenfolge ist natürlich subjektiv. Welche Serien hätten Sie gewählt? Bitte Vorschläge unten in der Kommentarspalte eintragen!


Hier finden Sie alle unsere Top 20

Erstellt: 29.11.2019, 16:10 Uhr

Artikel zum Thema

Die besten Filme des 21. Jahrhunderts

Serie Streaming belebte das Kino der letzten 20 Jahre. Wir erlebten neue Genres – und die Hochzeit des smarten Blockbusters: Das sind unsere Favoriten. Mehr...

Die besten Songs des 21. Jahrhunderts

Serie Der Aufstieg von Rap und Spotify prägten die Pop-Musik der letzten Jahre. Aber das war nicht alles – hier sind unsere 20 herausragenden Songs. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Ein Märchen aus Lichtern: Zum ersten Mal findet das Internationale Chinesische Laternenfestival «Fesiluz» in Lateinamerika, Santiago de Chile statt. Es dauert bis Ende Februar 2020. (3. Dezember 2019)
(Bild: Alberto Walde) Mehr...