Die Schweizer Reporterin im chinesischen Staats-TV

Martina Fuchs arbeitet als einzige ausländische Reporterin in Chinas TV. «Reporter» versuchte herauszufinden, wer sie ist.

Moderiert an der Uni von Zunyi: Martina Fuchs. (Bild: Screenshot «Reporter»)

Moderiert an der Uni von Zunyi: Martina Fuchs. (Bild: Screenshot «Reporter»)

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«Sie managt sich selber ausgezeichnet», sagt der Vater von Martina Fuchs, und für einmal ist die Phrase nicht gönnerhaft, sondern treffend. Denn Martina Fuchs managt ununterbrochen. Selbst während eines ihrer seltenen Besuche in der Heimatstadt Aarau dirigiert sie ihre Eltern, erklärt dazwischen der Kollegin aus China zackig das Stadtwappen.

Martina Fuchs, 32 Jahre, spricht Mandarin und acht weitere Sprachen und ist eines der Aushängeschilder des chinesischen Staatsfernsehens. Für die CCTV-Sendung «Global Business» moderiert sie die Wirtschaftsnachrichten – vor geschätzten 100 Millionen Zuschauern, als einzige ausländische Reporterin des Senders.

Die SRF-Sendung «Reporter» versuchte herauszufinden, wer diese Frau ist, die einst aus dem Aargau loszog, um als Journalistin in China zu landen. Dazu besuchte China-Korrespondent Pascal Nufer sie im CCTV-Hochhaus, dem neuen Wahrzeichen von Peking; begleitete sie während Dreharbeiten in der Stadt Zunyi; zog nach der Arbeit mit ihr durch einen chinesischen Foodmarket; versuchte ihr in ihrer Heimatstadt auf den Zahn zu fühlen.

Karriereplan vor Familie

Nufers kurzes Porträt ist sehenswert, obwohl er vordergründig scheitert: in «Martinas langer Marsch» bleibt Fuchs unnahbar. «Die Fernsehfrau fällt nie aus ihrer Rolle», kommentiert der Filmemacher einmal aus dem Off. Tatsächlich spricht die Journalistin immer so, als sei das Leben eine einzige Moderation. Einen Einblick erhalten wir dennoch: Hier ist eine, die ganz genau weiss, was sie will. Eine Getriebene.

Das spürt man bis zum Schluss. Als jene Frage kommt, die sich offensichtlich jede Frau um die 30 gefallen lassen muss – Wie sieht es aus mit Familie? –, antwortet Fuchs knackig: «Man muss als Frau immer zuerst einen Karriereplan haben und dann an die Familie denken. Aber das kommt dann schon.» Und mit einem professionellen Kameralächeln geht sie aus dem Bild. Hier managt Martina Fuchs. Und sonst niemand.

Erstellt: 23.01.2017, 12:44 Uhr

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