Die Powerfrau zieht den Stecker

Moderatorin Annina Frey verlässt das Schweizer Fernsehen.

«Ich habe mich getraut, Grenzen auszuloten, und habe mich nicht verbiegen lassen.» Moderatorin Annina Frey. Foto: SRF/Oscar Alessio

«Ich habe mich getraut, Grenzen auszuloten, und habe mich nicht verbiegen lassen.» Moderatorin Annina Frey. Foto: SRF/Oscar Alessio

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Kaum eine SRF-Moderatorin polarisiert derart wie die Baslerin Annina Frey. Seit 2007 moderierte sie das People-Magazin «Glanz und Gloria» und war in der Sommersendung «Frey von Sinnen» zu sehen, in welcher sie sich an verrückte Randsportarten wagte. Dazu arbeitet die 37-Jährige als Schauspielerin, Werbegesicht, DJ und Model. Mit der anstehenden No-Billag-Abstimmung habe ihr Abgang per Ende April nichts zu tun, sagt Frey auf Anfrage dieser Zeitung.

Annina Frey ist eine Powerfrau. Es gibt wenig, was sie vor und abseits der Kamera nicht tut. Die sportlich begabte und sprachtalentierte Baslerin besitzt laut eigenen Angaben auch einen Schifffahrtsführerschein, hat eine Ausbildung als Barkeeperin absolviert und verfügt über Kenntnisse im Umgang mit Handfeuerwaffen.

Vielleicht gerade aufgrund ihrer vielen Interessen verlief ihr Leben nach dem «Trial and Error»-Prinzip: Nach bestandener Matura und begonnenem Studium in Psychologie und später Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Uni Basel schloss sie das Schauspielstudium an der European Film Actor School in Zürich – zu deren Absolventen auch Martin Rapold und Joel Basman gehören – mit Diplom ab.

«Ganz ohne Kamera kann ich mir meine Zukunft nicht vorstellen.»Annina Frey

Zur Moderationsstelle bei «Glanz & Gloria» kam sie, weil ihr damaliger Lebensgefährte sie heimlich für das gross angelegte Casting ange­meldet hatte – mit Erfolg. Die Zeit bei SRF behält Frey in guter Erinnerung. Es sei eine aufregende Aufgabe gewesen, gerade in den Anfangszeiten, als sie vor Ort von den Oscars berichten konnte und in Monaco die Formel 1 abdecken durfte. «Das Grösste waren die Einsätze ausserhalb des Studios, die Reisen», sagt sie. Dass sie nicht bei allen ankommt, ist ihr bewusst. Oft kritisierten Zuschauer ihr Äusseres, sie sei «zu dünn», trage «wüste Kleider» oder «hässliche Frisuren». Auch wurde sie als unnahbar betitelt, «It-Girl» geschimpft und eckte oft über ihre Profile in den sozialen Medien an.

«Ich habe mich getraut, Grenzen auszuloten, und habe mich nicht verbiegen lassen. Zudem habe ich eine Art, die nicht bei allen auf Gefallen stösst», lautet die vorsichtige Selbstanalyse. Den Umgang mit Kritiken habe sie lernen müssen, mittlerweile liest sie nur noch, was an sie herangetragen wird. Sie findet es aber nach wie vor schade, auf Oberflächliches reduziert zu werden, ohne dass ein Blick hinter die Fassade gewagt werde.

Der Abgang von SRF sei kein Abschied aus der Öffentlichkeit, die Arbeit vor der Kamera ihre Leidenschaft. Annina Frey hält sich zu ihren Zukunftsplänen bedeckt. Sie wisse selbst noch nicht, wie es konkret weitergehen soll, möchte aber ihr Leben «neu sortieren und einen Schritt weitergehen».

Eine Rückkehr auf den Bildschirm schliesst sie allerdings nicht aus. «Ganz ohne Kamera kann ich mir meine Zukunft nicht vorstellen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 01.02.2018, 19:29 Uhr

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